Inhalt

International

Türkei wird irakischen Vizepräsidenten nicht ausliefern

Dienstag, 11. September 2012, 16:10 Uhr

Die Türkei will dem in seiner Heimat zum Tode verurteilten irakischen Vizepräsident Tarik al-Haschimi weiter Zuflucht gewähren. Der irakische Ministerpräsident wolle mit dem Urteil seinen politischen Gegner aus dem Weg räumen, kritisiert die Türkei.

Bild Der  irakische Vizepräsident Tarik al-Haschimi.
Al-Haschimi will in der Türkei bleiben und beteuert, er wolle «der Türkei nicht zur Last fallen». keystone

Al-Haschimi war in Bagdad wegen der Beteiligung an politischen Morden zum Tode verurteilt worden. Er hatte sich dem Prozess durch Flucht in die Türkei entzogen. Ausserdem beteuert er seine Unschuld. Die Richter seien dem Diktat des Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki gefolgt, behauptet er.

Die Türkei hat das Urteil gemäss der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu als illegal und ungerecht kritisiert. Das Verfahren war in ihren Augen vom schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki gesteuert, der auf diesem Wege einen politischen Gegner aus dem Weg räumen wolle.

Schiiten gegen Sunniten

Al-Maliki regiert im Irak an der Spitze einer schiitisch-kurdischen Koalition. Beobachter werfen ihm einen zunehmend autoritären Regierungsstil vor. Al-Haschimi, der aus der sunnitischen Irakischen Islam-Partei (IIP) kommt, ist neben dem Schiiten Chudair al-Chusai Stellvertreter des irakischen Präsidenten Dschalal Talabani, der ein Kurde ist.

Das Verhältnis zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit (rund 60 Prozent) und der sunnitischen Minderheit (rund 20 Prozent) ist sehr angespannt. Sunnitische Extremisten erschüttern das Land immer wieder mit blutigen Terroranschlägen.

(agenturen/galc; buet)