Krise im Euro-Land
Troika zweifelt am Athener Sparprogramm
In Athen laufen die Verhandlungen über das neue harte Sparprogramm auf Hochtouren. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras traf die Führung der Geldgeber-Kontrolleure.
Wie es danach aus Kreisen der Regierung hiess, stösst das gut 11,5 Mrd. Euro schwere Sparprogramm bei der Troika von Europäischer Union (EU), Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) teilweise auf Skepsis.
Welche Folgen diese Zweifel der Geldgeber haben, ist noch unklar. In Medienberichten hiess es zuvor, die griechischen Finanzexperten hätten sich auf einen solchen Fall eingestellt und bereits Ausweichvorschläge vorgesehen.
So soll das Paket, das nun den Kontrolleuren von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Wirtschaftsfonds vorgelegt wurde, absichtlich grösser gewesen sein. Statt der angestrebten rund 11,5 Milliarden Euro Einsparungen sollen die Vorschläge etwa 17 Milliarden Euro umfasst haben – genau für den Fall, dass die Troika einige Sparmassnahmen als unglaubwürdig oder nicht sicher ablehnen würde.
Regierungsparteien beraten
Finanzminister Stournaras informierte noch am Abend die drei Chefs der Koalitionsregierung über seine Gespräche mit der Troika. Ministerpräsident Antonis Samaras, Sozialistenchef Evangelos Venizelos und der Chef der Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis, wollten danach beraten, wie es weitergehen soll.
Die griechische Regierung hat seit Wochen an dem neuen Sparpaket gearbeitet. Vorgesehen sind Einsparungen von mehr als 11,5 Milliarden Franken. Nach allem, was bisher durchgesickert ist, sollen Rentner und Arbeitnehmer die Hauptlast tragen. Das Finanzministerium rechnet damit, dass das neue Paket spätestens am kommenden Freitag fertiggestellt sein wird.
«Dies werden die letzten Kürzungen sein»
Regierungschef Antonis Samaras hatte seine Landsleute am Wochenende noch einmal um Verständnis für die neuen milliardenschweren Einschnitte gebeten. «Dies werden die letzten Kürzungen sein», versprach er. Sie seien notwendig, um die Glaubwürdigkeit des Landes wiederherzustellen und weiterhin Hilfe von den Geldgebern zu erhalten. Bei einem Austritt aus der Euro-Zone, so warnte Samaras, werde das Land «finanziell sterben».
(dpa/red/krua; rufi)







