Schweiz
SGB-Vorstand will AHV-Renten aufbessern
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) feilt derzeit am Text für eine Volksinitiative für höhere AHV-Renten. Zur Debatte stehen zwei Varianten: 10 Prozent mehr für alle oder ein Aufschlag nur für kleinere Renten. Beide würden über höhere Lohnprozente finanziert.
Nach den Worten von Präsident Paul Rechsteiner arbeitet der SGB zurzeit am Initiativtext, über den dann eine Delegiertenversammlung entscheiden muss. Voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres könnte dann mit der Unterschriftensammlung begonnen werden, sagte Rechsteiner in der «Samstagsrundschau» von Schweizer Radio DRS.
Nach Angaben des SGB stehen derzeit zwei Modelle zur Diskussion. Bei einer Variante sollen insbesondere Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen von höheren Renten profitieren. Bei der anderen Variante sollen alle Renten um 10 Prozent steigen.
Aufschlag bei den Lohnprozenten
Der SGB geht von Mehrkosten zwischen 3,6 und 5,5 Milliarden Franken aus. Diese würden von den Erwerbstätigen finanziert. Nach Berechnungen des Gewerkschaftsbundes entspräche dies je 0,65 bis 0,8 zusätzlichen Lohnprozenten für Arbeitnehmende und Arbeitgeber.
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist nicht zufällig gewählt. Wie Rechsteiner in der «Samstagsrundschau» sagte, wollen sich die Gewerkschaften aktiv in die Diskussion um die künftige Altersvorsorge einmischen. Rechsteiners SP-Parteikollege, Bundesrat Alain Berset, nimmt derzeit eine Gesamtschau von AHV und Zweiter Säule vor. Dies bedeute aber nicht, dass die Rentner auch etwas erhielten, sagte Rechsteiner. Deshalb wolle der Gewerkschaftsbund jetzt Einfluss nehmen.
«AHV ist die zentrale Säule des Zusammenhalts im Land»
Rechsteiner zeigte sich überzeugt, dass sowohl Rentner als auch die heutigen Erwerbstätigen die Idee unterstützen werden, denn die AHV sei «die zentrale Säule des Zusammenhalts des Landes». «Ich gehe davon aus, dass das Projekt kommen wird.»
Der Vorschlag dürfte allerdings nicht nur in Politik und in der Wirtschaft für Diskussionen sorgen. Auch SGB-intern stehen sich schon jetzt unterschiedliche Forderungen gegenüber.
Gegenvorschläge aus den eigenen Reihen
Ebenfalls am Samstag hat nämlich der VPOD, der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste, entschieden, vom SGB eine AHV-Initiative mit 20 Prozent höheren Renten zu fordern. AHV und IV sollen gemäss Mitteilung beide ausgebaut werden. Laut VPOD-Generalsekretär Stefan Giger müsste eine 20prozentige Rentenerhöhung mit 1,06 Lohnprozenten je Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanziert werden.
(sda/krua;mery)



