Kultur
Goldener Löwe für Südkoreaner Kim Ki-duk
Der Regisseur Kim Ki-duk hat die Jury des Internationalen Filmfestivals in Venedig überzeugt: Für «Pieta», ein Drama um Geldgier, Moral und Werteverlust, erhielt er den diesjährigen Goldenen Löwen. Gleich zwei Preise räumte das Sekten-Drama «The Master» ab.
Bild
«Pieta» erzählt von einem brutalen Geldeintreiber in Seoul. Als eines Tages seine angebliche Mutter auftaucht, verändert sich sein Leben. Der Film des 51jährigen Kim Ki-duk gehörte schon vor der Preisverleihung zu den Favoriten unter den 18 Wettbewerbsbeiträgen am Filmfestival in Venedig. Für den Südkoreaner ist es nicht der erste Erfolg in Venedig. Bereits 2004 erhielt er für sein Liebesdrama «Bin-jip» den Silbernen Löwen.
Gleich zwei Preise für «The Master»
Weitere Auszeichnungen gingen an das Sekten-Drama «The Master» von US-Regisseur Paul Thomas Anderson. Das Werk wurde gleich mit zwei Preisen geehrt. Es erhielt den Preis für die beste Regie. Die beiden Hauptdarsteller Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix teilen sich zudem den Preis für die beste schauspielerische Leistung.
Der Österreicher Ulrich Seidl wurde für «Paradis: Glaube» mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Der Film handelt von einer streng gläubigen Katholikin, die mit ihrem muslimischen Ehemann einen privaten Glaubenskrieg führt.
Um Religion ging es auch in dem israelischen Film «Fill the Void» der Regisseurin Rama Burshtein. Sie stellt in ihrem Debütfilm eine jüdisch-orthodoxe 18-Jährige in den Mittelpunkt, die den älteren Ehemann ihrer verstorbenen Schwester heiraten soll. Hadas Yaron wurde als beste Schauspielerin geehrt.
Bestes Drehbuch für «Après Mai»
Für den französischen Beitrag «Après Mai» gab es den Preis für das beste Drehbuch. Regisseur Olivier Assayas erzählt darin von einer Jugend in den 1970er Jahren, deren politische Ideale immer weiter in den Hintergrund treten.
Die Preise des ältesten Filmfestivals der Welt wurden am Samstagabend von der neunköpfigen Jury unter Vorsitz von US-Regisseur Michael Mann vergeben.
(dpa/krua; rufi)



