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International

Wer führt die Welt an?

Samstag, 8. September 2012, 16:31 Uhr

USA versus China. Beide Staaten unterstreichen am Apec-Gipfel ihren Führungsanspruch in der wirtschaftlich aufstrebenden Region. Doch auch Gastgeber Russland will dominieren.

Die USA wollten am Ausbau ihres Engagements in der Region festhalten, sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton. «Ein Grossteil der Geschichte wird im 21. Jahrhundert in Asien geschrieben.»

Bild US-Aussenministerin Hillary Clinton und Chinas Staatschef Hu Jintao schütteln sich die Hände.
Vor den Kameras lächeln US-Aussenministerin Hillary Clinton und Chinas Staatschef Hu Jintao. Doch hinter den Kulissen wird knallhart kalkuliert. reuters

Die USA wollen in der Boom-Region zur Schaffung «einer stabilen Ordnung» beitragen und dem wachsenden Einfluss Pekings im Pazifikraum Einhalt gebieten. Die Pläne hatten vor Tagen zu Spannungen geführt.

China wiederum unterstrich, die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt wolle eine «Lokomotive für den Fortschritt» in der Region bleiben. Das Reich der Mitte wolle seine Rolle als globaler Konjunkturmotor behaupten, sagte Staatschef Hu Jintao. Er räumte aber ein, dass in China ein Wachstum von 9,2 Prozent wie im vergangenen Jahr schwer zu übertreffen sei.

«Gemeinsame Aufgabe»

Vor allem die Exportwirtschaft sei «unter Druck», sagte Hu. Zudem gebe es Probleme bei der Schaffung von Arbeitsplätzen. China werde mit Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur gegensteuern. Peking wolle die Binnennachfrage ankurbeln und damit weniger exportabhängig sein, unterstrich er.

Hu rief die Länder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftskooperation Apec zum Einsatz für wirtschaftliches Wachstum auf. «Gemeinsame Aufgabe» der Staaten in der Region sei es, für eine gute Wirtschaftsentwicklung sowie «Frieden und Stabilität» zu sorgen, sagte Hu. In diesem Zusammenhang rief der Staatschef auch zur Lösung der diversen territorialen Streitigkeiten zwischen Apec-Mitgliedern auf.

Euro-Krise belastet

Erneut äusserten die 21 Mitglieder der Apec ihre Sorge über die Eurokrise. Die Probleme seien auch eine Wachstumsbremse für den asiatisch-pazifischen Raum, sagte Kremlchef Wladimir Putin, der am Vortag eine Führungsrolle Russlands in der Apec beansprucht hatte.

Russland habe schon deshalb Interesse an einer Sanierung der Staatsfinanzen in der Europäischen Union, weil es die Hälfte seines Warenaustausches mit den EU-Staaten abwickle. Zudem hält Russland 40 Prozent seiner Währungsreserven in Euro.

Putin hatte sich vor dem Treffen für eine intensivere wirtschaftliche Zusammenarbeit in Asien ausgesprochen, um die Region vor den Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa zu schützen.

(sda/galc; rufi)