Inhalt

International

Putin klotzt mit Milliarden für Apec-Gipfel

Samstag, 8. September 2012, 15:29 Uhr, Aktualisiert 20:33 Uhr

Der Kreml protzt am Asien-Pazifik-Gipfel vor China und Japan mit einem herausgeputzten Wladiwostok. Präsident Wladimir Putin macht damit Europa und den USA klar: Die Energiegrossmacht wendet sich nach Osten.

Eine neue, gigantische Brücke verbindet die Pazifikstadt Wladiwostok mit der Insel Russki. Auch das neue Kongresszentrum glänzt. Wladiwostok strahlt.

Rund 16,5 Milliarden Euro lässt Russland für den Apec-Gipfel springen – das ist mehr Geld als die Olympischen Spiele in London gekostet haben. Putin macht seinen östlichen Amtskollegen den Hof.

Lange Jahrzehnte hatte der Kreml den Fernen Osten des Landes am Bettelstab gehen lassen. Doch dann erkannte man auch in der mehr als 8000 Kilometer entfernten Hauptstadt die Gefahr, die strategisch wichtige Region an China zu verlieren. Seitdem herrscht Betriebsamkeit.

Am Apec-Gipfel sollen die wirtschaftlichen Beziehungen der Mitglieder vertieft werden. (Tagesschau 8.9.2012, 19:30 Uhr)

Der Apec-Gipfel war das erste Projekt, als Nächstes entsteht nahe der Grenze zu China ein neuer Weltraumbahnhof. Auch die Transsibirische Eisenbahn will Putin massiv ausbauen, den Schiffsverkehr durch die schmelzende Arktis fördern.

Experten kritisieren, dass die Milliarden «in Stein und nicht in Menschen» investiert würden. Die Abwanderung der Bevölkerung werde andauern, meinen sie. Ausserdem würden Korruption und Bürokratie alle Bemühungen zunichte machen.

Putin lässt sich davon wenig beeindrucken. «Bürokraten und Investoren sollten ihren Kopf nach Osten drehen», sagte Putin während des Gipfels. Künftig wolle Russland in dem Bündnis, das mit 44 Prozent des Welthandels als Konjunkturmotor gilt, eine Führungsrolle übernehmen.

(dpa/sf/galc;krua)