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Schweiz

Alpenländer rücken in Energiefragen zusammen

Freitag, 7. September 2012, 16:27 Uhr, Aktualisiert 20:41 Uhr

Bereits zum 12. Mal sind die Umweltminister der Alpenländer im Rahmen der Alpenkonvention zusammengekommen. Unter der Leitung von Bundesrätin Doris Leuthard haben die Mitglieder beschlossen, Energiethemen künftig gemeinsam anzugehen.

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«Es macht keinen Sinn, wenn jedes Land seine Energieprojekte allein verfolgt», sagte Leuthard an der 12. Alpenkonvention in Poschiavo (GR). Um die Zusammenarbeit bei der Energieversorgung und -effizienz zu fördern, habe man den Aufbau einer gemeinsamen Energieplattform beschlossen. Sie soll helfen, über die Grenzen hinweg Erfahrungen auszutauschen, Kooperationen einzugehen und die Aktivitäten abzustimmen.

Die Idee der Energieplattform geht auf eine Initiative von Umweltministerin Leuthard zurück. Wie die Plattform dereinst funktionieren soll, wird in den nächsten Monaten definiert.

Umweltminister der Alpenländer treffen sich in der Schweiz. (Tagesschau, 7.09.12, 19:30 Uhr)

Im Vordergrund steht die Frage, wie Energieproduktion und Naturschutz in ein Gleichgewicht zu bringen sind. Ein konkretes Anliegen der Schweiz ist die Erarbeitung einer alpenweiten Übersicht über geeignete Gebiete für die Produktion von Strom aus erneuerbarer Energie.

Präsidentschaft an Italien übergeben

Weiter haben die Konferenzteilnehmer beschlossen, den Alpenraum international stärker zu positionieren. Einerseits geht es darum, global mehr Gewicht zu bekommen. Anderseits will man international als Vorbild für nachhaltige Entwicklung und Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen wahrgenommen werden. Gemeinsam will man erneuerbare Energien über Europa hinaus voranbringen.

Alpenkonferenz

Die Alpenkonferenz ist das beschlussfassende Organ der Alpenkonvention, dem weltweit ersten völkerrechtlich verbindlichen Übereinkommen zum Schutz einer Bergregion. Die Alpenkonvention ist seit März 1995 in Kraft.

Mit dem Ende der Konferenz in Poschiavo übernahm Italien die Präsidentschaft der Alpenkonvention von der Schweiz. Die Alpenkonvention ist weltweit das erste völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen zum Schutz einer Bergregion.

Lob von allen Seiten

Die Teilnehmenden zeigten sich mit den Ergebnissen der Konferenz zufrieden. Der Schweiz sei es gelungen, eine Dynamik anzuregen, die es weiter zu tragen gelte, lobte die liechtensteinische Umweltministerin Renate Müssner. Für den deutschen Peter Altmaier gehört die Alpenkonferenz zu den Leuchttürmen der europäischen Zusammenarbeit.

Lob gab es auch von der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA, einer nichtstaatlichen Organisation mit Vertretungen in allen Alpenländern. «An der Konferenz herrschte Aufbruchstimmung, und es gibt konkrete Resultate», sagte CIPRA-Präsident Dominik Siegrist. Dazu zähle er die Energieplattform und den Beschluss, als Makroregion Alpenraum aufzutreten.

(sda/mery;hurg)