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Ex-Gategroup-Managerin muss ins Gefängnis
Eine ehemalige Managerin des Schweizer Bordcaterers Gate Gourmet wurde zu einer Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Die Hochstaplerin hat rund 20 Millionen Franken veruntreut.
Das dänische Gericht warf der früheren Nordeuropa-Chefin der Tocherfirma von Gate Gourmet vor, den Konzern in den Jahren 2008 bis 2011 um 24 Millionen Franken betrogen zu haben. Die Dänin war im März 2011 verhaftet worden. Die Managerin zeigte sich vor Gericht geständig. Sie habe gut 20 Millionen Franken abgezweigt.
Die Richter milderten ihr Urteil, weil die Angeklagte die Ermittlungen unterstützt und Verfehlungen gestanden hatte. Der Staatsanwalt hatte eine Gefängnisstrafe von sechs Jahren gefordert.
Überbordender Lebensstil und Betrug
Laut des «Tages-Anzeigers» war schon die Anstellung der Frau abenteuerlich: Ohne abgeschlossene Ausbildung und mit gefälschten Zeugnissen bewirbt sich die Dänin im Jahre 2003 als Finanzchefin bei der dänischen Tochter des Airlinecaterers Gate Gourmet.
Nach wenigen Monaten wird sie vom norwegischen Zoll gestoppt, als sie versucht, 50 Kilogramm ausländische Münzen über die Grenze zu schmuggeln. Ein Jahr später organisiert die Frau eine Striptease-Show für ihre Mitarbeiter und die Firmenleitung erfährt, dass die Dänin ihren Lebenslauf gefälscht hat. Die Reaktion der Firma: Sie entlässt die Frau nicht etwa, sondern macht sie im Sommer 2005 zur Nordeuropachefin.
Sex mit dem Chef
Laut eigenen Aussagen vor Gericht unterhielt die Dänin eine private Beziehung zu ihrem ehemaligen Vorgesetzten in Zürich, der inzwischen zurückgetreten ist und gegen den in Zürich ebenfalls ein Verfahren läuft.
Der Vorgesetzte «liess sich von mir bezahlen», zitiert der «Tages-Anzeiger» die Frau. Der Schutz ihres Vorgesetzten war ihr sicher, sie gönnte sich immer extravaganteren Luxus auf Kosten der Firma. Sie lebte in einer der teuersten Immobilien Dänemarks, fuhr Porsche und Ferrari und hatte Bodyguards am ihrer Seite.
Familientragödie
Der Fall war entsprechend tief. Nachdem die Dänin verhaftet wurde, nahm sich ihr Mann das Leben. Laut «Tages-Anzeiger» besitzt die dänische Hochstaplerin heute nichts mehr ausser ein paar Spielsachen ihrer beiden Kinder. Die beiden kleinen Söhne müssen nun für einige Zeit ohne Mutter an der Seite aufwachsen.
Der Konzern konnte einen Teil des abgezweigten Geldes sicherstellen und versucht, weitere Gelder zurückzuholen. Bis Ende 2011 konnte der Konzern 6,6 Millionen Franken eintreiben.
(sda/galc; muei)



