Vermischtes
Erster Jungwolf fotografiert
Zum ersten Mal beweisen die Bilder einer Fotofalle, dass frei lebenden Wölfe in der Schweiz Junge haben. Dies war schon lange erwartet worden, doch die Schweiz ist für Wölfe, die auf natürlichem Weg aus Frankreich und Italien einwandern, offenbar ein gefährliches Pflaster.
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Dem Bündner Jäger Orlando Galliard gelang im Jagdgebiet Calanda im Bündner Rheintal eine kleine Sensation: Mit Hilfe einer automatischen Fotofalle konnte er einen jungen, etwa 3 Monate alten Wolf fotografieren.
Die Fotografie von Galliard ist der erste eindeutige Nachweis eines Jungwolfes, der in der Schweiz in Freiheit geboren ist.
Aktiver Jäger, aber keine Probleme mit Wolf
Mit den Fotos bestätigten sich die Vermutungen von Jägern und Biologen: Die beiden erwachsenen Wölfe, die seit längerem in der Gegend beobachtet werden, haben tatsächlich Nachwuchs.
«Ich hatte Freude!» sagte Orlando Galliard zu «Schweiz aktuell», als er die Fotos aus seiner automatischen Kamera am Computer auswertete. Obwohl er aktiver Jäger ist, hat er mit dem Wolf keine Probleme. Seiner Meinung nach gehört dieses Tier in unsere Natur.
Jungtiere erwartet
Diese Freude teilen seine Jagdkameraden und befreundete Jagdgruppen im Calanda-Gebiet, doch haben die Wölfe unter Jägern und Schafbesitzern auch erbitterte Feinde. Allerdings hat sich die Situation bei den Schafherden dort beruhigt, wo mit Hirten, Elektrozäunen und Schutzhunden wirksame Massnahmen zum Schutz der Schafe auf den Alpen eingeführt wurden. Geschützte Herden haben kaum noch grosse Verluste zu verzeichnen.
Dass die eingewanderten Wölfe in der Schweiz Junge haben würden, war eigentlich schon lange erwartet worden, doch der grosse Fleischfresser scheint Mühe zu haben, in unserem Land Fuss zu fassen. Dies ist verwunderlich: In Schweizer Wäldern leben nämlich sehr hohe Wildbestände, die den Wölfen als Nahrung dienen könnten. Doch weil in den Alpen im Sommer allzu lange viele unbehirtete Schafherden grasten, rissen Wölfe dort auch immer wieder zahlreiche Schafe und wurden deshalb zum Abschuss freigegeben.
Legale Abschüsse und Wilderei
In den letzten 15 Jahren wurden so insgesamt 7 Wölfe legal abgeschossen. Dazu kommt ein dokumentierter Fall von Wilderei, doch die Dunkelziffer heimlicher, illegaler Wolfsabschüsse muss deutlich höher liegen, vermuten Experten: Während es in den Alpen der Nachbarländer der Schweiz jeweils etwa 3 Jahre nach dem Auftauchen der ersten Tiere Nachwuchs gab, dauerte es in der Schweiz bis zum jetzigen, ersten eindeutigen Nachweis eines Jungtieres 17 Jahre. Dies lässt sich nach übereinstimmender Meinung europäischer Wolfsexperten nur durch eine unnatürlich hohe Verlustquote von erwachsenen Wölfen erklären, die kontinuierlich aus den Wolfspopulationen in Italien und Frankreich in die Schweiz einwandern.
Frei lebende Wölfe sind in Gebieten mit hohen Wildbeständen für Menschen keine Gefahr. Aus Vergleichsbeobachtungen in den Italienischen Alpen erwartet man, dass eine Wolfsfamilie in der Schweiz Territorien von 150 bis über 250 Quadratkilometer besiedeln wird, die sie gegen Artgenossen wirksam verteidigen. Die aktive Revierverteidigung einer Wolfsfamilie bewirkt, dass Wölfe in Europa kaum je in grossen Dichten auftreten werden.



