Schweiz
Markus Büchel wird neuer Präsident der Schweizer Bischöfe
Er steht Veränderungen offen gegenüber und ist nun zum Präsidenten der Schweizerischen Bischofskonferenz gewählt worden: der St. Galler Markus Büchel. Dabei hat er nochmals betont, dass er wenig von partiellen Kirchenaustritten halte.
Büchel wird Nachfolger von Norbert Brunner, dem Bischof von Sitten. Büchel ist derzeit Vizepräsident der SBK. Er wird sein Amt Anfang 2013 antreten.
Zur Person
Büchel wuchs in Rüthi im St. Galler Rheintal auf. Er studierte in Freiburg Theologie. 1976 wurde er zum Priester geweiht. Seit 2006 ist er Bischof des Bistums St. Gallen. Der 63jährige Büchel gilt als offen für Veränderungen. In der Vergangenheit befürwortete er, dass auch Frauen sowie verheiratete Männer zur Priesterweihe zugelassen werden.
An der Medienkonferenz der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) bekräftigte Büchel seine Überzeugung, dass Katholiken grundsätzlich auch der Kirchgemeinde angehören und Kirchensteuern bezahlen sollten. Gleichzeitig relativierte er jedoch, dass es möglich sei, innerhalb eines Bistums «den ausserordentlichen Weg zu gehen». «Das muss jedes Bistum selbst organisieren», erklärte Büchel.
Hintergrund ist ein Bundesgerichtsurteil vom Juli, wonach eine Person aus der Staatskirche austreten, aber weiterhin der römisch-katholischen Weltkirche angehören kann. Als Reaktion auf das Urteil hatte Büchel sich gegen solche partiellen Kirchenaustritte ausgesprochen.
Weniger sexuelle Übergriffe
Die SBK gab zudem bekannt, dass 2011 bei den Bistümern in der Schweiz 22 Meldungen über sexuelle Übergriffe in der katholischen Kirche eingegangen sind. Das sind deutlich weniger als im Vorjahr. Damals wurden insgesamt 146 Fälle gemeldet.
Immer noch gelangen an die SBK Opfer von längst zurückliegenden Übergriffen. Vielfach seien die Täter verstorben oder nicht mehr im priesterlichen Dienst. Die Übergriffe aus der Gegenwart bewegen sich grösstenteils im Bereich von sexueller Belästigung und Grenzüberschreitung. Bei zwei Meldungen handelt es sich um sexuelle Handlungen mit Kindern. In mehr als einem Drittel der Fälle sind die Opfer erwachsene Frauen.
(sda/mery;krua)



