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US-Wahlkampf 2012

«Niemand hätte den Schaden, den Obama vorfand, in vier Jahren reparieren können»

Donnerstag, 6. September 2012, 5:19 Uhr, Aktualisiert 15:16 Uhr

Die US-Demokraten haben Barack Obama offiziell zu ihrem Präsidentschaftskandidaten nominiert. Beim Wahlparteitag in North Carolina erklärte Ex-Präsident Clinton, er glaube «von ganzem Herzen, dass Obama in seiner zweiten Amtszeit erfolgreich» sein werde.

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Obamas erste Amtszeit endet nach vier Jahren im Januar 2013. Bei den parteiinternen Vorwahlen hatte er keine ernsthaften Gegenkandidaten. Obama stellt sich gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten Joe Biden zur Wiederwahl.

Vor der Abstimmung in Charlotte wurde Obama vom ehemaligen Präsident Bill Clinton offiziell zum Präsidentschaftskandidaten nominiert. In einer kämpferischen Rede verteidigte Clinton die Bilanz des amtierenden Präsidenten gegen die Kritik der Republikaner.

Clinton empfiehlt Obama (Tagesschau, 6.09.2012 12.45 Uhr)

«Völliges Durcheinander» der Republikaner

«Niemand hätte all den Schaden, den er vorgefunden hat, in nur vier Jahren reparieren können», sagte Clinton. Die Republikaner hätten ein «völliges Durcheinander» hinterlassen. Obama habe die Grundlagen für «eine neue, moderne, erfolgreiche Wirtschaft des geteilten Wohlstands» gelegt.

Er glaube «von ganzem Herzen», dass Obama erfolgreich sein werde, sagte Clinton und lobte den amtierenden Staatschef auch dafür, sich immer um eine überparteiliche Politik bemüht zu haben. Das sei aber am Widerstand der Republikaner gescheitert.

Clinton hob in seiner Rede auch die Unterschiede zwischen Demokraten und Republikanern hervor. «Die wichtigste Frage ist: In was für einem Land wollt Ihr leben?», fragte er.

Arthur Honegger bloggt aus Charlotte

Nach den Republikanern sind seit Dienstag die Demokraten am Zug: Sie wollen die Nation davon überzeugen, dass ihr Präsident eine zweite Amtszeit verdient. Der Countdown läuft - in genau zwei Monaten wird gewählt. Hier ein paar Eindrücke des SF-Korrespondenten Arthur Honegger aus Charlotte 2012.

Während der republikanische Herausforderer Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan für eine egoistische Gesellschaft stünden, engagierten sich Obama und Vizepräsident Joe Biden für einen «gemeinsamen Wohlstand und gemeinsame Verantwortung».

Clinton verbeugt sich

Clinton ist so populär wie nie seit dem Ende seiner von 1993 bis 2001 dauernden Amtszeit, die mit einer boomenden Wirtschaft, Vollbeschäftigung und einem Haushaltsüberschuss verbunden wird. Obama muss dagegen angesichts der hohen Arbeitslosigkeit von mehr als acht Prozent um seine Wiederwahl bangen und baut im Wahlkampf auf Clintons Schützenhilfe.

Nach der Rede kam Obama zu Clinton auf die Bühne, der Ex-Präsident verbeugte sich vor seinem Nachfolger. Gemeinsam winkten sie in die Menge und schüttelten Hände. Zu Wort meldete sich Obama aber nicht.

Clinton empfängt Obama auf der Bühne. (Originalton)

Anschliessend begannen Delegierte aus allen Bundesstaaten, die Nominierung offiziell zu bestätigen. Annehmen wird der Präsident die erneute Spitzenkandidatur in einer Rede zum Abschluss des dreitägigen Parteikonvents am Donnerstag.

Der Präsident war am Mittwoch in Charlotte eingetroffen. Ursprünglich sollte Obama am Donnerstag in einem Footballstadion unter freiem Himmel vor 70'000 Menschen reden. Wegen drohender Gewitter wurde sein Auftritt aber in die überdachte Arena verlegt, wo der Parteitag seit Dienstag stattfindet.


Real Clear Politics ist ein in Chicago ansässiges Institut, das nach eigenen Angaben Nachrichten und Meinungen zur US-Politik sammelt. Es aggregiert unter anderem die aktuellen Daten grosser US-Umfrageinstitute und bildet deren Durchschnitt ab.
Karte der US-Bundesstaaten in den Parteifarben der Gewinner 2008: Blau für Obama (Demokraten) und Rot für McCain (Republikaner).

US-Präsidentschaftswahlen auf einen Blick

Interaktive Grafik mit den Resultaten der Vorwahlen der republikanischen Partei und den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen von 1992 bis 2008.

(dpa/gern/koua;krua)