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Krise im Euro-Land

EZB mit Monumentalentscheid – Die Grossen der EU warten ab

Donnerstag, 6. September 2012, 17:28 Uhr, Aktualisiert 19:32 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird schwächelnde Staaten stützen. Angela Merkel wollte sich nicht dazu äussern, und sie ist damit in guter Gesellschaft. Die politischen Schwergewichte äusserten sich vorerst nur vorsichtig.

Zu den Plänen der EZB zum Ankauf von Staatsanleihen nahm Merkel nicht direkt Stellung. «Die EZB reagiert unabhängig und im Rahmen ihres Mandates», sagte die deutsche Kanzlerin. Ihre Aufgabe sei es, die Stabilität des Geldes zu sichern. Sie war zu einem Arbeitsbesuch bei der spanischen Regierung in Madrid.

Bild Merkel in Spanien.
Die Neuigkeiten gehört, aber nicht kommentiert. reuters

EU-Parlamentspräsident spricht

Der spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy wollte sich ebenfalls nicht zum EZB-Beschluss äussern. Er habe nicht einmal Zeit gehabt, «den Entscheid von Herrn Draghi» zu lesen. Dass Spanien Finanzhilfe bei der EU anfragen werde, negierte Rajoy erneut. «Wenn es Neuigkeiten gäbe, würde ich darüber sprechen.» Der andere Staatschef eines europäischen Krisenstaats, Mario Monti, sprach von einem Schritt in die richtige Richtung.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz unterstützt die Pläne der Europäischen Zentralbank für einen Aufkauf von Staatsanleihen von Mitgliedsländern. Die Wachstumsstrategie von Ländern wie Italien funktioniere nur, wenn die Risikoaufschläge mit Hilfe der EZB verringert würden. 

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso erklärte, die EZB könne und müsse einspringen, um die Integrität der Geldpolitikin der Euro-Zone zu erhalten. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat die Beschlüsse «äusserst» begrüsst.

Börse «alles bekommen»

Die EZB wird bei ihrem umstrittenen Kaufprogramm für Anleihen von Krisenstaaten keine Obergrenze für das Volumen setzen. Das Programm werde beendet, wenn die Ziele erreicht seien, kündigte EZB-Chef Mario Draghi nach der Zinssitzung an. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der Branchenindex für Banken der Euro-Zone stieg um 5,5 Prozent auf ein Fünf-Monats-Hoch. Auch die Sektor-Indizes für die spanischen und die italienischen Institute notierten so hoch wie zuletzt Ende März. Auch die Schweizer Börse zeigt sich am späteren Nachmittag deutlich fester. Der Markt habe von Mario Draghi alles bekommen, was er sich gewünscht habe, kommentierte ein Händler.

(agenturen/fasc;blur)