Vermischtes
Nach Giftalarm: Fall für Polizei «soweit abgeschlossen»
Nach dem vermeintlichen Giftalarm im Briefzentrum Zürich-Mülligen ist der Fall für die Polizei abgeschlossen. Unklar bleibt indes, warum sich etliche Postangestellte über Unwohlsein beklagt hatten, obschon das vermeintlich giftige Pulver lediglich ein Stärkemittel war.
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Verdächtige in dem Fall gibt es offenbar nicht. «Gegen wen sollte man ermitteln? Wie sollte der Vorwurf lauten?», sagte Esther Surber, Sprecherin der Kantonspolizei Zürich. Zu den Hintergründen des Vorfalls allerdings liefen Ermittlungen.
Bei dem Pulver, das am Mittwochabend zu einem Grosseinsatz von Polizei, Sanität und Feuerwehr gesorgt hatte, handle es sich um harmlose Stärke – Maizena oder dergleichen. Ein Chemiefachberater hatte das verdächtige Pulver noch am Abend analysiert und Entwarnung gegeben.
Rätselhaft bleibt, warum 34 Post-Angestellte am Abend über Unwohlsein wie etwa Kopfweh, Husten, Erbrechen oder gereizte Atemwege klagten. Weshalb diese Symptome auftraten, ist gemäss Roland Portmann vom Zürcher Rettungsdienst Schutz & Rettung unklar.
Nicht auszuschliessen sei, dass die Symptome im Zusammenhang mit der Nervosität und Anspannung der Angestellten nach dem Alarm standen.
Die besagten Personen wurden für genauere Abklärungen in Spitäler gebracht. Mittlerweile konnten sie alle wieder nach Hause.
Kunden weniger betroffen als angenommen
Wegen des Vorfalls und entsprechendem mehrstündigen Arbeitsunterbruch der über 200 Angestellten im Verteilzentrum, hatte die Post befürchtet, dass bis zu 2,5 Millionen A-Post-Briefe heute nicht ausgeliefert werden könnten.
Die Post hat diese Annahme am Morgen revidiert: «Dank des ausserordentlichen Einsatzes von Mitarbeitenden und Freiwilligen kann diese Zahl auf 600'000 bis 800'000 Briefe reduziert werden», sagte Postsprecher Oliver Flüeler.
«Absolut richtig reagiert»
Vollständig wettmachen konnte man den 4stündigen Unterbruch aber nicht. Laut Flüeler haben die Angestellten absolut richtig reagiert, als das unbekannte weisse Pulver entdeckt worden war, das aus zwei Briefen rieselte. Die Angst bei den Evakuierten sei gross gewesen.
Die Sensibilisierung für derartige Zwischenfälle mit «verdächtigen Sendungen» gehört laut Flüeler zur Schulung der Postmitarbeitenden. Das gehöre zum Sicherheitsdispositiv grosser Zentren. Dazu gehörten auch regelmässige «Ernstfall»-Übungen.
(sda/schubeca; engf)



