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International

Schwere Artillerie gegen die Aufständischen in Aleppo

Mittwoch, 5. September 2012, 3:55 Uhr, Aktualisiert 12:24 Uhr

Syriens Armee verstärkt einmal mehr ihre Angriffe auf Aleppo. Augenzeugen berichten, die zweitgrösste Stadt des Landes stehe seit dem Morgen unter Artilleriebeschuss. «Aleppo brennt», berichten Augenzeugen.

«Aleppo brennt»: Auf dem Video ist zu sehen, wie Menschen versuchen, brennende Gebäude mit Eimern zu löschen. (unkommentiert)

Aus den Reihen der Aufständischen wird berichtet, nach ersten Schätzungen seien mindestens 50 Menschen durch den schweren Granat- und Raketenbeschuss getötet worden. Regimetreue Truppen hätten seit dem Morgengrauen etliche Wohnviertel unter Feuer genommen, wird ein Kämpfer zitiert. Unter den Toten sollen zwei Grossfamilien sein.

Aleppo, Syriens zweitgrösste Stadt und einst das wirtschaftliche Herz des Landes, ist seit anderthalb Monaten heftig umkämpft. Die Armee hatte zuletzt mehrfach behauptet, sie werde den Widerstand der Rebellen bald brechen.

UNO enttäuscht über spendenmüde Mitglieder

Die UNO hat unterdessen ihren Spendenaufruf für die syrischen Flüchtlinge erneuert. Nach Angaben von Generalsekretär Ban Ki Moon ist nach einer Bitte um 180 Millionen Dollar noch nicht einmal die Hälfte des Geldes eingetroffen. 

Ban zeigte sich enttäuscht von der Spendenmüdigkeit der UNO-Länder. «In einigen Sektoren floss sogar gar kein Geld», sagte er. «Aber wir brauchen Mittel für Wasser und Nahrung, sanitäre Anlagen und medizinische Versorgung und auch für die Unterbringung der Flüchtlinge.» Nach Bans  Worten brauchen schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen in Syrien humanitäre Hilfe. 1,2 Millionen Menschen seien innerhalb des Landes vertrieben, zehntausende in Nachbarländer geflüchtet. «Und die Zahl steigt.»

Bild Kindo vor einem UNO-Hilfszelt
Unter den Notleidenden sind auch viele Kinder. keystone

Brahimi vorgestellt

Vor den Vertretern aller 193 Mitgliedsländer stellte Ban gleichzeitig den neuen UNO-Sondervermittler für Syrien, Lakhdar Brahimi, offiziell vor. Der Nachfolger Kofi Annans versprach, keine Mühe auf der Suche nach Frieden in Syrien zu scheuen. «Das Leid der Menschen ist immens», sagte Brahimi. «Der Konflikt hat längst das Ausmass einer Katastrophe angenommen.»

Die Zukunft Syriens werde aber vom eigenen Volk erbaut, von niemand anderem. «Wir können nur etwas erreichen, wenn wir alle am selben Strang ziehen.» Noch diese Woche wolle er zu weiteren Gesprächen nach Kairo aufbrechen.

Logo der Glückskette.

Glückskette sammelt für syrische Flüchtlinge

Die humanitäre Situation in Syrien verschärft sich weiter. Mehrere tausend Menschen flüchten täglich. Die  Glückskette ruft deshalb zu Spenden auf.

Spenden auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Syrien»

Am 13. November findet ein Nationaler Sammeltag für Syrien statt.

(sda/krua; muei)