Wirtschaft
Lufthansa-Mitarbeiter erhöhen Druck
Der Streik der Lufthansa-Flugbegleiter hat bereits Zehntausende Passagiere getroffen und in München einige Reisende zu einer Nacht auf dem Feldbett gezwungen. Aber die Eskalation geht weiter.
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Lufthansa-Passagiere müssen sich nach den Streiks des Kabinenpersonals in Frankfurt, München und Berlin dem Unternehmen zufolge auch am heutigen Mittwoch auf Einschränkungen im Flugverkehr gefasst machen. Bis zum Vormittag sei damit zu rechnen, allerdings dürften die Auswirkungen «vergleichsweise gering» sein, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Am Freitag soll landesweit gestreikt werden.
Die Flugbegleiter hatten am Dienstag in Berlin und Frankfurt für je acht Stunden ihre Arbeit niedergelegt, in München streikten sie elf Stunden lang bis Mitternacht. Hunderte Flüge wurden gestrichen, mehr als 40'000 Passagiere waren betroffen. Da sich dennoch in dem Tarifkonflikt keine Bewegung abzeichnet, rief die Gewerkschaft UFO für Freitag zum ersten Mal zu Streiks an allen Lufthansa-Flughäfen in Deutschland von 00.00 bis 24.00 Uhr auf.
Auswirkungen auf die Schweiz
Betroffen vom Streik sind auch Verbindungen in die Schweiz: So fallen nach Angaben auf der Lufthansa-Webseite vom Dienstagmorgen vier Flüge von Frankfurt nach Zürich und zurück und zwei Flüge von Frankfurt nach Genf und zurück aus.
Die Swiss teilte auf ihrer Webseite mit, sie rechne nur mit geringen Auswirkungen auf den eigenen Flugbetrieb, prüfe aber die Erhöhung der Kapazitäten in Richtung Deutschland. Die von Swiss durchgeführten Flüge würden gemäss Flugplan geflogen.
Ufo-Chef Nicoley Baublies sagte am Dienstag: «Wir haben jetzt bewiesen, dass wir streiken können.» Die Lufthansa habe sich aber nicht bewegt. Nur wenn die Lufthansa in eine Schlichtung ohne Vorbedingungen einwillige, würde die Gewerkschaft darauf verzichten.
Streiks treffen Kunden
Die Lufthansa erklärte, die Tür zu Gesprächen sei offen, aber über den Schlichtungsgegenstand habe man sich in der Vergangenheit nicht einigen können. Ein Lufthansa-Sprecher nannte die Drohung der Gewerkschaft völlig überzogen. «Das wird kein guter Tag für den Wirtschaftsstandort Deutschland», sagte er dem rbb-Fernsehen. «Wir haben ein Angebot vorgelegt, sowohl beim Thema Gehalt als auch beim Thema Arbeitsbedingungen, Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen, Ausschluss von Leiharbeit – alles die strittigen Themen, und wir fordern Ufo dringend auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.»
Dem Sender Phoenix sagte er, flächendeckende, ganztägige Streiks würden in erster Linie die Kunden treffen, brächten aber auch das Unternehmen in eine schwierige Lage. Letztlich gehe dies zulasten der Reputation der Lufthansa. «Wenn das zur Kraftprobe genutzt wird, dann wird das am Ende des Tages jedem einzelnen von uns schaden.» Die Lufthansa müsse moderne Produktionsstrukturen schaffen, um im Wettbewerb mithalten zu können.
Der Tarifstreit dauert bereits seit gut einem Jahr. Ufo fordert fünf Prozent mehr Lohn, das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa bietet 3,5 Prozent Lohnerhöhung, plant aber eine konzerninterne Billigtochter.
(dpa/weis;koua)



