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Entwarnung nach Giftalarm im Briefzentrum Zürich-Mülligen

Dienstag, 4. September 2012, 21:56 Uhr, Aktualisiert 05.09.2012, 2:50 Uhr

Das Briefzentrum Zürich-Mülligen in Schlieren (ZH) ist wegen zwei Couverts mit einer verdächtigen Substanz evakuiert worden. Dutzende Mitarbeiter klagten über Unwohlsein. Experten gaben aber vorerst Entwarnung. Bei der Substanz handelte es sich offenbar um Stärke.

Kurz nach 20.15 Uhr ging bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zürich die Meldung ein, wonach zwei Briefe mit weissem Pulver bei verschiedenen Mitarbeitern Reizungen ausgelöst hatte. Umgehend rückte ein Grossaufgebot der Polizei, Feuerwehr sowie Ambulanz aus. Es mussten insgesamt mehr als 220 Personen vorsorglich aus dem Gebäude evakuiert werden.

Dutzende Personen klagten über Unwohlsein. 34 Personen für weitere Abklärungen ins Spital gebracht. Nach
Angaben der Kantonspolizei Zürich handelte es sich bei der Substanz mit grösster Wahrscheinlichkeit um Stärkepulver. Dies hätten Messungen durch herbeigezogene Fachleute ergeben. Was die Reizungen und das Unwohlsein bei den rund zwei Dutzend Personen auslöste, wird zurzeit abgeklärt.

Gespenstigen Szenerie

SF-Korrespondent Christian Kolbe berichtete von einer gespenstischen Szenerie vor Ort. Mitarbeiter standen vor der Post, teilweise in Schutzdecken gehüllt.  «Die Angestellten der Post mussten rund 3 Stunden warten, bis sie sicher waren, dass die Substanz harmlos ist.» Dann erhielten sie Instruktionen von den Angestellten von Schutz & Rettung wie sie sich im Falle von Unwohlsein verhalten sollen, so der Reporter weiter.

Wie Augenzeugen Kolbe berichteten sah die Substanz wie Backpulver aus. Augenzeugen hatten zuerst von einem Giftpulveranschlag gesprochen. Es solle sich angeblich um eine chemische Explosion gehandelt haben. Laut Kolbe habe aber für die Mitarbeiter keine Gefahr bestanden.

Bild Karte Mülligen (ZH)
Das Post-Briefzentrum Zürich-Mülligen befindet sich in Schlieren. sf

Um Mitternacht konnte das Postverteilzentrum durch die Kantonspolizei Zürich in Absprache mit den Fachleuten freigegeben werden. Die Mitarbeiter haben die Arbeit wieder aufnehmen können.

Der Zwischenfall hat aber Konsequenzen auf die Lieferung der Post. Die Post rechnet damit, dass die A-Post in den Grossraum Zürich und in die Ostschweiz nicht wie üblich am nächsten Tag sondern verspätet ausgeliefert werden wird. Insgesamt sind laut Mitteilung der Post zwischen 1,5 und 2 Millionen Sendungen betroffen.

(sf/buev/weis;koua)