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Der lange Weg zum neuen Flughafen in Berlin

Dienstag, 4. September 2012, 11:03 Uhr

Als 1991 die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) gegründet wurde, hätte niemand gedacht, dass die Fertigstellung so lange dauern wird. Hier ein Überblick über die Stationen zum neuen Berliner Flughafen.

Dezember 1991: Die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) wird gegründet. Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg.

Januar 1992: Die Planungen für den Airport starten unter dem Projektnamen Berlin Brandenburg International (BBI).

Juni 1996: Die Gesellschafter entscheiden sich für den Ausbau des Flughafens Schönefeld und die Schliessung der Flughäfen Tegel und Tempelhof.

August 2004: Das Genehmigungsverfahren geht zu Ende, im Planfeststellungsbeschluss gibt es grünes Licht für BBI – es kann unter Auflagen gebaut werden. Im Oktober reichen Tausende Gegner beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klagen ein.

April 2005: Das Bundesverwaltungsgericht gibt Eilanträgen mehrerer Anwohner statt – und verhängt einen weitgehenden Baustopp bis zu seiner endgültigen Entscheidung. Zulässig sind nur Bauvorbereitungen.

März 2006: Das Gericht genehmigt in letzter Instanz den Bau des BBI unter verschärften Lärmschutzauflagen.

Juli 2008: Der erste Spatenstich für den Flughafen-Terminal wird gesetzt.

Oktober 2008: Nach 85 Jahren Betriebszeit macht der Flughafen Tempelhof dicht.

Oktober 2009: Das Brandenburger Verkehrsministerium erlässt eine neue Nachtflugregelung: Keine Starts und Landungen zwischen Mitternacht und 5 Uhr, Post- und Regierungsmaschinen sowie Notfälle sind ausgenommen. In den Randzeiten davor und danach ist die Zahl begrenzt.

Juni 2010: Wegen der Pleite einer Planungsfirma und verschärften Sicherheitsbestimmungen wird die für November 2011 geplante Eröffnung des Flughafens auf den 3. Juni 2012 verschoben. Doch auch dieser Termin wird sich nicht halten lassen.

September 2010: Die Deutsche Flugsicherung legt einen ersten Flugrouten-Vorschlag vor. Tausende Betroffene gehen dagegen auf die Strasse. Es gibt neue Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss.

Oktober 2012: Das Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für nächtliche Flüge in den Randzeiten. Der Airport kann ohne weitere Einschränkungen an den Start gehen.

Januar 2012: Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung legt die Flugrouten fest und folgt im Wesentlichen einem Vorschlag der Fluglärmkommission aus Gemeinde- und Airline-Vertretern. Am Müggelsee geht der Protest weiter. Initiativen kündigen weitere Klagen an.

Mai 2012: Vier Wochen vor dem Termin wird wegen Problemen die Eröffnung des Flughafens wieder abgesagt. In der darauffolgenden Woche verschiebt der Aufsichtsrat die Eröffnung auf den 17. März 2013. Chef-Planer Manfred Körtgen wird entlassen.

Juni 2012: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entscheidet, dass die Anwohner des Flughafens ein Recht auf besseren Schallschutz haben. Für die Betreiber bedeutet das weitere Kosten. Am 22. Juni entscheidet der Aufsichtsrat, den Starttermin 17. März erneut zu prüfen und im August darüber zu entscheiden. Der Flughafen soll gut eine Milliarde Euro teurer werden als geplant und insgesamt mehr als vier Milliarden Euro kosten.

September 2012: Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin-Schönefeld wird voraussichtlich nochmals um rund ein halbes Jahr verschoben. Als Termin für die Inbetriebnahme ist nun der Herbst 2013 vorgesehen.

(sf/muei; schl)