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Schweiz

Organspende: Bund untersucht regionale Unterschiede

Elisabeth Pestalozzi, Bundeshauskorrespondentin DRS
Montag, 3. September 2012, 9:07 Uhr

Die Schweiz ist kein Land, in dem viele Organe gespendet werden. Vor allem in der Deutschschweiz sind Spenden rar. Das Bundesamt für Gesundheit will nun die grossen regionalen Unterschiede untersuchen.

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Seit fünf Jahren sind die Kantone per Gesetz verpflichtet, dass möglichst viele Organe von Verstorbenen gespendet werden. Doch in der Umsetzung gebe es Mängel, kritisiert Franz Immer, Direktor von Swisstransplant, der nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation. «Die Romandie und das Tessin haben die gesetzlich geforderten Strukturen umgesetzt. Dies ist in der Deutschschweiz noch nicht geschehen.»

Das Universitätsspital Basel habe zum Beispiel vom Kanton Geld gesprochen bekommen. Doch die entsprechende Stelle, die sich um Organspender und ihre Angehörigen kümmert, gebe es nicht. Noch nicht vollumfänglich, heisst es beim Kantonspital Basel. Aber man sei dran.

Weit vom Ziel entfernt

Die langsame Umsetzung in der Deutschschweiz habe gravierende Folgen, sagt Immer. Während sich in der Westschweiz und im Tessin die Organspenden verdoppelt hätten, stagniere hier die Spendenzahl. Vom Ziel, die Zahl gesamtschweizerisch von hundert auf zweihundert Spenden pro Jahr zu erhöhen, sei man deshalb noch weit entfernt.

Carlo Conti, Basler Gesundheitsdirektor und Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, bestätigt die regionalen Unterschiede. Die Gründe sieht er jedoch nicht bloss in der Umsetzung des Gesetzes.

Für ihn ist klar: Hinter den unterschiedlichen Spendenzahlen stehen unterschiedliche Mentalitäten. «Man ist im Tessin eher bereit, nach dem Tod eigene Organe zur Verfügung zu stellen. Vielleicht ist das eine Frage der Erziehung oder eine Frage des Verständnisses.»

Untersuchung eingeleitet

Dennoch sieht Conti politischen Handlungsbedarf. Denkbar sei, dass künftig jeder als Spender gelten könne, der sich nicht explizit gegen die Entnahme seiner Organe ausgesprochen hat.

Die grossen Unterschiede bei den Spenderzahlen im kleinen Land Schweiz haben auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) aufgeschreckt. Beim BAG hat man nun eine Untersuchung eingeleitet, so Susanne Nyfeller vom BAG. Man versuche, die Gründe für diese regionalen Unterschiede zu identifizieren. Bis Ende Jahr sollten erste Ergebnisse vorliegen.