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US-Wahlkampf 2012

Bain Capital: Mitt Romney weiter unter Druck

Marc Akermann, Radio DRS
Montag, 3. September 2012, 8:47 Uhr

Die Strafbehörden von New York haben offenbar Ermittlungen gegen ein Dutzend Finanzdienstleister aufgenommen. Darunter ist auch die vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney mitbegründete Bain Capital.

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Das hat Mitt Romney wohl gerade noch gefehlt. Nach dem Wirbel und den Gerüchten um Mitt Romneys persönliche Steuererklärungen, gerät nun die von ihm gegründete Firma Bain Capital ins Visier der Behörden, wie die «New York Times» berichtete.

Bain sparte offenbar 200 Millionen Dollar

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen dem Bericht zufolge Gebühren, welche die Unternehmen für die Vermögensverwaltung erheben. Geprüft wird offenbar, ob diese so umdeklariert wurden, dass sie für Investitionen standen, die Kapitalgewinne abwarfen und somit deutlich niedriger besteuert wurden.

Dem Staat seien so mehrere hundert Millionen Dollar Steuergelder entgangen. Alleine Bain Capital habe 200 Millionen Dollar gespart.

Schlecht fürs Image

Es ist umstritten, ob die diese Steueroptimierung nur geschickt, oder auch strafbar ist. Ein Anwalt von Mitt Romney hat bereits erklärt, das sei gängige Praxis und vollkommen legal. Im Übrigen habe Romney nie persönlich davon profitiert.

Selbst wenn das stimmt, sind die Untersuchungen gegen Bain Capital schlecht für den republikanischen Präsidentschaftskandidat. Die Demokraten versuchen schon lange, ihn als Steuertrickser hinzustellen.

Romney verstrickt sich in Widersprüche

Bereits im Juli stand Mitt Romney in der Kritik wegen seiner ehemaligen Investment-Firma Bain Capital. Hat er länger dort gearbeitet als er selbst angegeben hat? Hat er Massenentlassungen und Konkurse zu verantworten? Lesen Sie hier mehr dazu

Offenbar wurden die betroffenen Firmen schon im Juli von der Generalstaatsanwaltschaft vorgeladen. Dass die Ermittlungen jetzt an die Öffentlichkeit gelangen, dürfte kaum ein Zufall sein.

Die heisse Phase des Wahlkampfes hat begonnen und Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman ist ein prominenter Demokrat. Vor seiner Wahl zum obersten Ankläger New Yorks sass er als Vertreter der Demokraten im New Yorker Senat.

Bain Capitals Vorgehen

Bain Capital ist ein Private-Equity-Unternehmen. Es sammelt Gelder von grossen Investoren und steckt dieses Geld in vielversprechende Unternehmen. Häufig handelt es sich dabei um junge Unternehmen, die mit den Investments an die Börse gebracht werden sollen.

Eine weitere Strategie von Private-Equity-Firmen ist es, heruntergewirtschaftete Firmen mit Entwicklungspotenzial aufzukaufen und zu sanieren. Dieser Prozess zieht oft Restrukturierungen wie Entlassungen nach sich. Läuft das Unternehmen, wird es wieder verkauft, was der Private-Equity-Firma beträchtliche Gewinne einbringt.

Bain Capital hat so unter anderem in Domino's Pizza oder Jack Wolfskin investiert.

Karte der US-Bundesstaaten in den Parteifarben der Gewinner 2008: Blau für Obama (Demokraten) und Rot für McCain (Republikaner).

US-Präsidentschaftswahlen auf einen Blick

Interaktive Grafik mit den Resultaten der Vorwahlen der republikanischen Partei und den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen von 1992 bis 2008.