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International

IKRK-Chef fordert Hilfe von al-Assad

Montag, 3. September 2012, 15:37 Uhr

Der neue IKRK-Präsident Peter Maurer ist nach Damaskus aufgebrochen. Auf seiner ersten Auslandreise an der Spitze der Hilfsorganisation stellt er der Regierung in Syrien klare Forderungen. Maurer will sich auch mit Präsident Baschar al-Assad treffen.

Bild Portät von IKRK-Präsident Peter Maurer. (keystone)
«Der Bürgerkrieg in Syrien hat sich derart intensiviert, dass in vielen Teilen des Land nur noch beschränkt Hilfe geleistet werden kann.» keystone

«Mehr und mehr Zivilisten sind extremer Gewalt ausgesetzt, daher ist es von grösster Bedeutung, dass wir und der Syrische Arabische Halbmond unsere humanitären Operationen erheblich verstärken können», erklärte der neue Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf.

Peter Maurer, der seit dem 1. Juli im Amt ist, wird bei der dreitägigen Reise Gespräche mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sowie Aussenminister Walid Muallem, Innenminister General Mohamad Ibrahim al Shaar, Gesundheitsminister Saad Abdel Salam al-Naïef und dem Minister für nationale Versöhnung, Ali Haïdar, führen. Die Gesprächspartner hätten alle zugesagt.

Kampfpausen, um der Bevölkerung zu helfen

«Ich habe vor, dabei auch über Themen zu sprechen, die bereits im April vereinbart wurden, darunter ein erweiterter Zugang zu Personen, die inhaftiert wurden, sowie die unbedingte Notwendigkeit der Hilfe für Zivilisten, die von Kämpfen betroffen sind», erklärte Maurer vor der Abreise.

Das IKRK unterstützt nach eigenen Angaben Forderungen nach Kampfpausen zur Versorgung der notleidenden Bevölkerung. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und der Opposition hätten sich derart intensiviert, dass in vielen Teilen des Landes Hilfe nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt geleistet werden könne. Dies sagte kürzlich ein IKRK-Sprecher. Für Helfer sei es daher vielerorts kaum noch möglich, Menschen in Not zu erreichen.

Schwierigkeiten der Nothilfe

Maurer will auch die Schwierigkeiten zur Sprache bringen, die Nothelfer dabei hätten, Menschen in Kampfgebieten zu erreichen. Dabei steht die Organisation auch regelmässig in Kontakt mit Oppositionsgruppen innerhalb und ausserhalb Syriens.

Die beiden Hilfsorganisationen haben seit Mitte Juli Lebensmittel und andere Güter an rund 180'000 Personen in Damaskus und Umgebung sowie in Aleppo, Homs und anderen Gebieten des Landes verteilt.

Seit Jahresbeginn haben die Hilfswerke über 800'000 Menschen Hilfe geleistet, die meisten davon Flüchtlinge. Für über eine Million Menschen haben sie die Versorgung mit Trinkwasser sichergestellt.

(dpa/sda/schubeca;koua)