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International

Gründer der Moon-Sekte gestorben

Montag, 3. September 2012, 0:15 Uhr

Der südkoreanische Sektenführer Sun Myung Moon ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Seine Moon-Sekte mit über drei Millionen Anhängern ist eine der bedeutendsten religiösen Gemeinschaften der Welt.

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Sektenführer Moon verstorben (TagesschauNacht, 02.09.12)

Über den Tod berichtete die von Moon gegründete «Washington Times». Der selbst ernannte Messias und Gründer der Vereinigungskirche erlag angeblich den Folgen einer Lungenentzündung.

In 200 Ländern aktiv

Moon sei im Kreise seiner Familie, Freunde und Anhänger in seiner Heimat Südkorea gestorben, so das Blatt. Er und andere Mitglieder der Vereinigungskirche hatten die Zeitung 1982 als konservative Alternative zur «Washington Post» gegründet.

Moon hatte die Sekte 1954 in Südkorea gegründet. Rund drei Millionen Anhänger bekennen sich zu der Bewegung, die nach eigenen Angaben in rund 200 Ländern missionarisch tätig ist.

Bild Sun Myung Moon am Rednerpult
Moon galt bis zuletzt als absolute Autorität innerhalb seiner Organisation. reuters/archiv

Zu seinen Lebzeiten war Sun Myung Moon genauso stark umstritten, wie er von seinen Anhängern bewundert wurde. Von diesen liess sich der selbst ernannte Messias und Gründer der Vereinigungskirche (Moon-Sekte) als «Wahrer Vater» huldigen – seine Familie als die «Wahre Familie».

Tüchtiger Geschäftsmann

Für seine Kritiker war Moon ein Verführer, der es über seine religiösen Aktivitäten hinaus dank eines ausgeprägten Geschäftssinns und einer ergebenen Gefolgschaft zum Milliardär gebracht hatte.

Furore machte er mit seinen spektakulären Massenhochzeiten. Bei den sogenannten Blessings (Segnungen) erteilte er in Stadien und per Satellit tausenden Paaren rund um den Globus seinen Segen.

Starker Mitgliederschwund

Eine Zeit lang galt er als der wohl bekannteste Koreaner der Welt. Heute können nicht mehr allzu viele junge Südkoreaner mit dem Namen Sun Myung Moon etwas anfangen. Denn um den «Retter der Menschheit» war es in den vergangenen Jahren in seiner Heimat wie auch im Ausland ruhiger geworden.

Ein Grund dafür war der starke Mitgliederschwund der Bewegung in Westeuropa und vor allem in den USA, wo er in den 1970er-Jahren als der wohl umstrittenste Sektenführer galt und 1982 wegen Steuervergehen zu einer 18monatigen Haftstrafe verurteilt wurde.

Mit Krone im US-Kongressraum

Bei einer als bizarr beschriebenen Zeremonie liess sich Moon vor einigen Jahren in einem Empfangsraum des US-Senats einen königlichen Umhang anlegen und eine Krone aufsetzen. Einige Kongressmitglieder, die der Einladung damals gefolgt waren, sagten später, sie hätten sich übertölpelt gefühlt.

Der Auftritt sagte ebenso viel über Moons Selbstverständnis als religiöser Erneuerer wie über seine weitreichenden Verbindungen in Politik und Wirtschaft aus. Die Bezeichnung Sekte lehnt die Gruppe wegen des negativen Untertons ab.

Schon früh waren ihm die Medien, darunter die «Washington Times», ein wichtiges Instrument, um sich Einfluss zu verschaffen. Kritiker warfen ihm vor, er strebe eine Art Weltherrschaft an. Zudem geriet seine Bewegung in den 1980er-Jahren nach Berichten über die Isolation von Mitgliedern in religiösen Zentren ins Zwielicht. Seine Organisation liegt mittlerweile in der Obhut seiner Kinder.

(sda/dpa/buev; muei)