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Schweiz

Passivrauch-Initiative: 10‘000 Gastrojobs in Gefahr

Sonntag, 2. September 2012, 6:05 Uhr

Gastrosuisse-Direktor Bernhard Kuster warnt vor den Auswirkungen der Passivrauch-Initiative. Mittelfristig seien rund 1000 Beizen und 10‘000 Stellen in der Gastro-Branche in Gefahr.

«Speiserestaurants würden wohl nicht darunter leiden, dafür aber umso mehr kleine Betriebe auf dem Land, in die man ein Bier trinken geht. Ich gehe davon aus, dass dort die Umsätze um 10 Prozent sinken würden», sagt Kuster in einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag».

Bild Männerhand mit einer Zigarette.
Wird der Schutz vor dem Mitrauchen tausende Gastromitarbeitende die Stelle kosten? keystone/symbolbild

Diese Prognose sei nicht übertrieben. «Leider ist es Realität, dass die Initiative einigen Kleinstbetrieben auf dem Lande das Genick brechen würde», sagt Kuster.

«Heute beschäftigt das Schweizer Gastgewerbe rund 215‘000 Menschen. Seit 2008 gingen rund 20'000 Stellen verloren. Die 10‘000 Stellen kämen dann zusätzlich hinzu.»

Ausnahmen schwierig umzusetzen

Es gehe in der Gastronomie-Branche auch darum, dem Gast einen Service zu bieten. «Unbediente Fumoirs funktionieren wie ein Selecta-Automat. Für Take-away mag das in Ordnung sein, aber nicht in einem Restaurant, das von Service und Kontakt lebt.»

Die Lungenliga behaupte, Rauchen in Fumoirs wäre weiterhin möglich, einfach ohne Bedienung. Doch daran glaubt Kuster nicht: «Im Initiativtext steht klar, dass Raucherräume generell verboten wären. Für unbediente Fumoirs müsste das Parlament im Nachhinein Ausnahmen beschliessen. Ob dies geschehen würde, ist mehr als fraglich.»

(sf/gern; engf)