International
Mordanklagen gegen Minenarbeiter vorerst zurückgezogen
Der Entscheid, die Arbeiter der südafrikanischen Platinmine Marikana nach dem tödlichen Polizeieinsatz vor zwei Wochen unter Mordanklage zu stellen, hatte für einen Aufschrei gesorgt. Nun krebst die oberste Anklagebehörde zurück.
Nach Angaben der obersten Staatsanwaltschaft des Landes werden die Klagen gegen die 270 inhaftierten Bergarbeiter beim nächsten Gerichtstermin «vorläufig zurückgezogen». Die Festgenommenen würden vorläufig unter Auflagen auf freien Fuss gesetzt, wurde die Chefin der Anklagebehörde zitiert. Die Entscheidung über mögliche Anklagen würde erst fallen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen seien.
Vor zwei Wochen waren bei einem Streik in der südafrikanischen Mine 44 Menschen getötet worden. 34 von ihnen wurden von der Polizei erschossen, die den Streit zwischen zwei rivalisierenden Gewerkschaften eigentlich hätte beilegen sollen. Nach eigener Darstellung handelten die Polizisten in «legitimer Notwehr», da sie angegriffen worden seien. Die überlebenden Arbeiter wurden darauf des Mordes an ihren Kollegen angeklagt.
Altes Gesetz aus den Tagen der Apartheid
Die Anklage erfolgte laut Staatsanwaltschaft aufgrund einer Gesetzesbestimmung aus der Zeit der Apartheid, wonach bei einer Schiesserei unter Beteiligung der Polizei alle Menschen angeklagt werden, die vor Ort festgenommen wurden.
Die Anklagen hatten für einen Sturm der Entrüstung gesorgt, vor allem von Parteien, Gewerkschaften und Rechtsexperten. Sogar der Justizminister hatte sich kritisch geäussert. Präsident Jacob Zuma hatte hingegen erklärt, er werde sich nicht in die Arbeit der Justiz einmischen.
(agenturen/krua;godc)







