Inhalt

International

Explosionen im Botschaftsviertel von Damaskus

Sonntag, 2. September 2012, 16:16 Uhr

Schon wieder sollen im Zentrum der syrischen Hauptstadt mehrere Bomben explodiert sein. Betroffen war offenbar ein Viertel, in dem sich mehrere Botschaften befinden. Staatliche Medien berichten, es habe mehrere Verletzte gegeben.

Das syrische Staatsfernsehen berichtete über die Explosionen. («Tagesschau» vom 02.09.2012)

Der «Terroranschlag mit zwei Bomben» habe sich in Abu Remmaneh ereignet – einem Viertel, wo Gebäude der Sicherheitskräfte stehen und wo auch Vizepräsident Faruk al-Schara seinen Amtssitz hat. In dem wohlhabenderen Quartier befinden sich auch mehrere Botschaften. Weitere Informationen zu den Explosionen gibt es vorerst nicht.

In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Anschläge in der syrischen Hauptstadt gegeben. Der folgenschwerste am 18. Juli hatte den innersten Machtzirkel von Präsident Bashar al-Assad getroffen. Vier enge Vertraute kamen dabei ums Leben, darunter der Verteidigungsminister und ein Schwager Assads. Wenige Wochen später explodierte in den Gebäuden des Staatsfernsehens eine Bombe.

Das Regime machte jeweils «bewaffnete Terroristen» für die Taten verantwortlich. Zum Anschlag Mitte Juli bekannte sich später die vor allem aus Deserteuren gebildete Freie Syrische Armee.

Rebellen greifen Luftwaffenstützpunkte an

Die Aufständischen lieferten sich am Wochenende auch in anderen Orten des Landes Gefechte mit den Regierungstruppen. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachterstelle für Menschenrechte in London griffen die Rebellen Einrichtungen der Luftwaffe an. In Deir al-Sor im Osten des Landes wurde demnach ein Gebäude der Luftstreitkräfte erobert. Mehrere Soldaten seien gefangengenommen worden.

Das Regime hat die Luftwaffe in der Vergangenheit zunehmend gegen die Aufständischen eingesetzt. Ihre Stellungen wurden mit Kampfflugzeugen und Helikoptern angegriffen.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind den Kämpfen in den vergangenen Tagen 1600 Menschen zum Opfer gefallen – so viele wie noch nie innerhalb einer Woche.

(agenturen/krua;godc)