Schweiz
Schweiz besitzt neues digitales Superhirn
Das Schweizer Hochleistungs-Rechenzentrum (CSCS) hat seine neue Anlage mit Supercomputern bezogen. Der Neubau in Lugano-Cornaredo ist in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset feierlich eingeweiht worden.
Der neue Standort in Lugano biete den Vorteil, dass die Supercomputer mit Seewasser aus dem nahegelegenen Lago di Lugano gekühlt werden könnten, wird ETH-Präsident und Bauherr des Rechenzentrums, Ralph Eichler, in einem Communiqué zitiert.
Die Anlage sei daher besonders energieeffizient. Als einen weiteren Vorteil wertete Eichler die Nähe zur Università della Svizzera italiana (USI). Die Zusammenarbeit zwischen den Instituten sei eine enorme Bereicherung.
Zuvor hatte das CSCS seinen Standort in Manno TI. Wegen der stetig steigenden Nachfrage nach Rechenpower reichten die Kapazitäten am alten Sitz aber nicht mehr aus.
Bund investierte 67,5 Millionen
Am Akt des feierlichen Durchtrennens des symbolischen Bandes in Lugano nahm auch Innenminister Alain Berset teil. Rund 67,5 Millionen Franken investierte der Bund in den CSCS-Neubau.
«Die Investition ist ein langfristiges Engagement für die Spitzenforschung und gehört zu einer Bildungs- und Forschungspolitik, die einen nachhaltigen Beitrag zum Wohl des Landes leisten will», sagte Berset gemäss Redetext.
Konkurrenzfähigkeit sichern
Das neue Hochleistungsrechenzentrum soll gemäss Communiqué sicherstellen, dass auch die zukünftigen Supercomputer optimal und energieeffizient betrieben werden können. Die Rechner würden allen Schweizer Hochschulen und Forschungsanstalten zur Verfügung stehen.
Mit dem Neubau könne der Forschungsstandort Schweiz noch stärker in allen Bereichen des High Performance Computing (HPC) profitieren. «Hochleistungsfähige Rechner sind eine zentrale Voraussetzung für die weltweite Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Hochschulen», betonte ETH-Ratspräsident Fritz Schiesser.
Nachfrage verdoppelt
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler würden mit Hilfe von Supercomputern Lösungen für komplexe Fragestellungen finden. Simulationen könnten heute dort ansetzen, wo Experimente nicht mehr möglich sind.
«Schweiz Aktuell» hat einen Tag vor der Besichtigung die letzten Vorbereitungen gefilmt. Viele der neuen Superrechner werden für wissenschaftliche Berechnungen eingesetzt. So zum Beispiel für die Wettervorhersage von «Meteo Schweiz» oder aber auch für die Forschung der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf.
In nahezu allen Forschungsdisziplinen ergänze das Hochleistungsrechnen heute Theorie und Experiment, sagte Schiesser. Allein seit 2010 habe sich die Nachfrage nach Rechenzeit am CSCS nahezu verdoppelt - 2012 wurden unter den Benutzern rund 325 Millionen Rechenstunden verteilt.
Ausbau möglich
Das neue Gebäude in Lugano ist nach Angaben des CSCS als modularer Bau konstruiert. Bei Bedarf kann es ausgebaut werden. Bereits 2013 soll ein Rechner der Petaflops-Leistungsklasse zum Einsatz kommen.
Der Kanton Tessin trug fünf Millionen zu den Baukosten bei. Die Stadt Lugano stellte das Grundstück zur Verfügung und ermöglichte die Umsetzung der Seewasserkühlung.
(sda/rufi; from)






