Inhalt

Schweiz

Hinrichtungen veranlasst? – Schweizer Doppelbürger verhaftet

Freitag, 31. August 2012, 19:15 Uhr

Der schweizerisch-guatemaltekische Doppelbürger Erwin Sperisen ist in Genf verhaftet worden. Der 42jährige soll in Guatemala Drahtzieher von aussergerichtlichen Hinrichtungen gewesen sein.

Bild

Die Genfer Staatsanwaltschaft war zum Schluss gekommen, dass es «wichtige Verdachtsmomente» gebe, dass der ehemalige Polizeichef Sperisen in verschiedene aussergerichtliche Hinrichtungen involviert gewesen sein könnte.

Sperisen war von Juli 2004 bis März 2007 Chef der «Policía Nacional Civil» (PNC) in Guatemala gewesen. Nach seinem Rücktritt als Polizeichef floh er im April 2007 nach Genf.

Er streitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ab. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur sda im vergangenen Jahr bezeichnete er sich als Opfer einer Diffamierungskampagne und «politischer Manöver», die im Zusammenhang mit seiner Aktion gegen Drogenhändler stünden.

Die Akte Sperisen liegt nun in den Händen von Yves Bertossa, dem ersten Staatsanwaltes von Genf. Er wird ihn voraussichtlich noch am Freitagabend kurz befragen, wie es hiess.

Auslieferung Sperisens nicht möglich

Die UNO-Kommission gegen Straflosigkeit in Guatemala (CICIG) wirft Sperisen nicht nur vor, Drahtzieher von aussergerichtlichen Hinrichtungen gewesen zu sein, sondern auch zusammen mit anderen damaligen hohen Funktionären eine kriminelle Organisation gebildet zu haben.

Letzten August erliess ein guatemaltekisches Gericht erliess Haftbefehle gegen 19 ehemalige Funktionäre, darunter Sperisen und den ehemaligen Ex-Innenminister Carlos Vielmann.

Sperisen wurde in Guatemala angeklagt, konnte als in der Schweiz wohnhafter Schweizer Doppelbürger aber nicht an das zentralamerikanische Land ausgeliefert werden. Möglich ist aber ein Prozess in der Schweiz.

(sda/godc;galc)