Schweiz
Atomausstieg: Stadtberner müssen mehr für Strom zahlen
Der von den Stadtberner Bürgern beschlossene Atomausstieg schlägt sich in den Portemonnaies der Einwohner nieder: Energie Wasser Bern (EWB) erhöht die Strompreise 2013 um rund 6,7 Prozent.
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Der Berner Gemeinderat hat die vom Stadtberner Energieversorger beantragte Stromerhöhung genehmigt. Laut des Gemeinderats ist es die erste Preiserhöhung seit vier Jahren. Die grossen Investitionen, die EWB tätigt, um den Atomausstieg zu schaffen, sind gemäss der Mitteilung nur ein Grund für die Preiserhöhung.
Der andere Grund sind höhere Stromgestehungskosten. Das sind die Kosten, welche bei der Umwandlung von einer Energieform in elektrische Energie anfallen.
Abstimmung mit Folgen
Das Stadtberner Stimmvolk beschloss 2010, dass EWB ab Ende 2039 vollständig auf Strom aus Atomkraftwerken verzichten muss. Energie Wasser Bern hatte schon zuvor die Weichen für diesen mittelfristigen Automausstieg gestellt – etwa mit dem Bau der Energiezentrale Forsthaus, die in diesen Wochen schrittweise in Betrieb genommen wird.
EWB müsse weitere Projekte im In- und Ausland realisieren, um die Atomenergie in der Stadt Bern vollständig ersetzen zu können, schreibt der Gemeinderat.
Wer viel verbraucht, zahlt mehr
Ob die Energiewende gelingt, hängt für viele auch von der Erhöhung der Energieeffizienz ab. Diese will EWB ab dem kommenden Jahr mit einer Senkung des Grundpreises fördern. Stromsparen soll sich damit noch mehr lohnen, denn ein Grossteil der Rechnung wird so konsumabhängig.
Wer viel verbraucht, zahlt also künftig mehr: «Bei Gewerbe- und Grosskunden sowie Haushalten mit grossem Stromverbrauch fällt die Preiserhöhung im Sinn einer Lenkungswirkung grösser aus», schreibt der Gemeinderat.
Die Tariferhöhung und die Systemänderung werden einem Durchschnittshaushalt mit Fünfzimmerwohnung, Elektroherd und Wäschetrockner Mehrkosten von 53 Franken pro Jahr bescheren. Wer in einer kleineren Wohnung wohnt, muss laut der Mitteilung nur etwa 15 Franken pro Jahr mehr abliefern.
Energie Thun AG senkt Preise um 4 Prozent
EWB läuft mit der Strompreiserhöhung gegen den Trend. Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen rechnet für das kommende Jahr schweizweit mir rund zwei Prozent tieferen Strompreisen. Auch der Bieler Energieservice ESB kündigte fünf Prozent tiefere Preise im Jahr 2013 an.
Die Kunden der Energie Thun AG werden nächstes Jahr durchschnittlich 0,8 Rappen pro Kilowattstunde Strom oder vier Prozent weniger zahlen müssen.
Der Stadtberner Energieversorger EWB liegt aber trotz der Strompreiserhöhung immer noch gut im Rennen. Jedenfalls ergab ein Strompreisvergleich des Preisüberwachers, dass die EWB-Tarife im laufenden Jahr in vielen Verbrauchskategorien unter jenen anderer bernischer Energieversorger liegen.
(sda/galc)






