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Krise im Euro-Land

Euro-Zone: 18 Millionen Arbeitslose im Juli

Freitag, 31. August 2012, 15:51 Uhr

Die Konjunkturflaute in der Euro-Zone hält die Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau. 18 Millionen Menschen waren im Juli ohne Job. Das sind deutlich mehr als im Vergleich zum Vormonat.

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Dies war ein Anstieg um 88‘000 zum Juni und um gut zwei Millionen binnen Jahresfrist, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote verharrte auf dem Rekordwert von 11,3 Prozent. In Spanien erreichte sie sogar 25,1 Prozent, in Griechenland 23,1 Prozent (im Mai).

Am niedrigsten war der Wert in Österreich mit 4,5 Prozent. In Deutschland lag die Quote nach Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) bei 5,5 Prozent. Aber auch in Deutschland verliert der bislang robuste Arbeitsmarkt an Schwung und kann sich der allgemeinen Konjunkturflaute nicht mehr entziehen.

Jugend ohne Arbeit: Ein Teufelskreis

Die Lage in Südeuropa ist ernst: Wegen der hohen Zahl an jungen Arbeitslosen sind Renten gefährdet, Volkswirtschaften drohen zu stagnieren. Die Regierungen müssen darum schnell reagieren, fordert Ekkehard Ernst von der International Labour Organization (ILO) im Gespräch mit «SF Online». Lesen Sie hier mehr

Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone würde nach Einschätzung der Vereinten Nationen zu einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Europa führen. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in den 17 Staaten würde in diesem Fall um fast drei Punkte gegenüber dem Stand von Ende vergangenen Jahres auf 13 Prozent steigen, sagte der Chef der Prognoseabteilung der UNO-Organisation für Arbeit (ILO), Ekkehard Ernst, der «Süddeutschen Zeitung»

Angst vor dem «Grexit»

Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone würde nach Einschätzung der Vereinten Nationen zu einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Europa führen. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in den 17 Staaten würde in diesem Fall um fast drei Punkte gegenüber dem Stand von Ende vergangenen Jahres auf 13 Prozent steigen, sagte der Chef der Prognoseabteilung der UNO-Organisation für Arbeit (ILO), Ekkehard Ernst, der «Süddeutschen Zeitung».

Nach den Berechnungen des ILO-Experten würde ein griechischer Ausstieg aus der Eurozone besonders dramatische Konsequenzen für die Krisenstaaten Spanien und Portugal haben. Spanien müsse in diesem Szenario für das Jahr 2014 mit einer Arbeitslosenquote von 27,7 Prozent rechnen. Die Jugendarbeitslosigkeit würde sogar auf 51,3 Prozent steigen. Auch in Portugal werde die Zahl der Job-Suchenden im Vergleich zum Jahr 2011 um gut sechs Prozent höher liegen, sagte Ernst.

Ein vollständiges Auseinanderbrechen der Eurozone würde dem Experten zufolge die Arbeitslosenquote in Deutschland 2014 auf 11,3 Prozent steigen und über die folgenden Jahre in dieser Höhe verharren lassen. Frankreich müsste annähernd 17 Prozent Arbeitslosigkeit fürchten, Spanien sogar fast 37 Prozent. Das Auseinanderbrechen der Eurozone wäre «eine Katastrophe für die europäische Jugend», sagte Ernst.

(reuters/muei;koua)