US-Wahlkampf 2012
Vizekandidat Ryan verspricht Amerika einen «Turnaround»
Der Kongressabgeordnete Paul Ryan hat die Nominierung zum Vizepräsidentschaftskandidaten der US-Republikaner angenommen. Zuvor warf die frühere Aussenministerin Condoleezza Rice Präsident Obama vor, die Führungsrolle der USA aufgegeben zu haben.
«Ich nehme die Pflicht an, mitzuhelfen, unsere Nation aus einer Jobkrise und zurück zu Wohlstand zu führen», sagte Ryan beim Parteitag in Tampa im Bundesstaat Florida. Damit steht der 42-jährige Nachwuchsstar der Republikaner offiziell an der Seite von Mitt Romney, der bei der Wahl im November Präsident Barack Obama herausfordern will.
«Unangemessener Scherz» auf Kosten der Romneys
Yahoo entlässt seinen Washingtoner Büro-Chef David Chalian. Dieser hatte vor dem Beginn der Live-Berichterstattung vom Parteitag gesagt, dass Präsidentschaftskandidat Romney und seine Frau «fröhlich sind, eine Party zu feiern, während schwarze Menschen ertrinken». Chalian, dessen Mikrofon offenbar in diesem Moment eingeschaltet war, spielte damit auf den sich auf Louisiana zubewegenden Hurrikan «Isaac» an.
Nach dem Vorfall am Dienstagabend entschloss Yahoo sich am Mittwoch dann, den Büro-Chef zu entlassen. Seine Äusserung sei unangemessen gewesen und gebe nicht die Meinung des Unternehmens wieder. Auch Chalian selbst entschuldigte sich nach eigener Aussage bei Romney und seiner Frau für seinen «unangemessenen und gedankenlosen Scherz».
«Amerika braucht eine Kehrtwende, und der Mann für den Job ist Gouverneur Romney», sagte Ryan. «Sein ganzes Leben hat ihn auf diesen Moment vorbereitet – sich schweren Herausforderungen in ernster Weise zu stellen, ohne Ausreden und leere Worte.»
Als Team hätten sie einen «Plan für eine stärkere Mittelschicht». Das Ziel sei die Schaffung von «zwölf Millionen neuen Jobs in den kommenden vier Jahren». Romney hatte Ryan am 11. August als seinen Vizekandidaten vorgestellt.
Arthur Honegger berichtet aus Tampa
SF-Korrespondent Arthur Honegger ist beim Nominierungsparteitag der Republikaner in Tampa. Seine Eindrücke und Bilder finden Sie in seinem Blog
Condoleezza Rice schiesst gegen Obama
Zuvor hat sich die frühere US-Aussenministerin Condoleezza Rice beim Parteitag für ein starkes Amerika eingesetzt. Die USA dürften nicht ihre militärische Überlegenheit verlieren. «Frieden kommt durch Stärke», rief sie den jubelnden Delegierten zu. Präsident Barack Obama warf sie vor, die Führungsrolle der USA aufgegeben zu haben.
Für heute Donnerstag ist die Rede von Romney angesetzt, mit der er seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidat der Republikaner annehmen soll. Die Ansprache gilt als Höhepunkt des Parteitags.

US-Präsidentschaftswahlen auf einen Blick
Interaktive Grafik mit den Resultaten der Vorwahlen der republikanischen Partei und den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen von 1992 bis 2008.
(sda/buet; from)



