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Nürburgring-Debakel: Beck bleibt im Amt

Donnerstag, 30. August 2012, 16:20 Uhr

Der Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, hat einen Misstrauensantrag überstanden und bleibt im Amt. Die Opposition scheiterte, Deutschlands dienstältesten Regierungschef wegen der Nürburgring-Pleite abzuwählen.

Bild Kurt Beck bei der Besichtigung der Rennstrecke am Nürburgring.
Das Nürburgring-Desaster prallte noch an Kurt Beck ab , doch mit dem maroden Landesflughafen in Frankfurt-Hahn wartet auf den Landesvater schon die nächste Stolperfalle. keystone

Beck hätte zurücktreten müssen, wenn ihm mindestens 51 Abgeordnete das Vertrauen entzogen hätten. Am Ende standen aber nur die 41 Stimmen der CDU gegen ihn. Niemand aus dem rot-grünen Regierungslager hatte gegen den Chef votiert.

Die CDU wollte den 63-Jährigen wegen der Nürburgring-Misere des Amtes entheben. Die frühere SPD-Alleinregierung hatte vor einigen Jahren rund 330 Millionen Euro in den Ausbau der weltbekannten Rennstrecke gesteckt, um mehr Besucher in die strukturschwache Eifel zu locken.

Der Freizeitpark gilt als überdimensioniert. Die nahezu landeseigene Nürburgring GmbH meldete vor mehreren Wochen Insolvenz an. Beck hatte sich Anfang August für Fehler entschuldigt, einen Rücktritt aber abgelehnt.

Der beliebte Landesvater Beck

Kurt Beck ist Deutschlands dienstältester Landesvater. Erstmals wählte ihn der Landtag 1994 zum Regierungschef. Obwohl das ländlich geprägte Bundesland strukturell konservativ ist, gewann der Sozialdemokrat seitdem eine Landtagswahl nach der anderen.

Erst regierte er mit der FDP, zwischenzeitlich allein und seit 2011 mit den Grünen. Beck gilt als beliebter Landesvater, der sich viel um den Mittelstand kümmert. Manche behaupten, er habe schon der Hälfte der vier Millionen Rheinland-Pfälzer die Hand geschüttelt.

Auf Bundesbühne musste Beck eine herbe Niederlage einstecken: Nach seiner Wahl zum SPD-Bundesvorsitzenden 2006 trat er 2008 wegen parteiinterner Querelen zurück.

(dpa/maiu;rufi)