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Schweiz

Verteilung des Fluglärms weiter offen

Mittwoch, 29. August 2012, 20:57 Uhr

«Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche», sagte einst Che Guevara – aber es hätte auch genauso gut das Motto des heutigen Treffens zum Thema «Fluglärm» sein können. An dem traf Verkehrsministerin Doris Leuthard auf sämtliche involvierte Interessensgruppen – eine Lösung gab es nicht.

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Verkehrsministerin Leuthard erläutert den aktuellen Stand der Gespräche zum Fluglärm-Streit. (29.08.2012)

«Der Fluglärm-Vertrag mit Deutschland wird am kommenden Dienstag in Bern unterzeichnet. Wo es in der Schweiz zusätzlichen Fluglärm gibt, ist jedoch noch offen. Ein erstes Treffen zwischen Verkehrsministerin Doris Leuthard und der Begleitgruppe brachte noch keine Lösungen.

Annetta Bundi, Sprecherin des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), sprach von einer «Auslegeordnung». Der Flughafen habe dabei erste Varianten präsentiert. Zentral sei, dass die Sicherheit des Flugbetriebs gewährleistet sei, die Kapazitäten abgewickelt und die Lärmbelastung möglichst gering gehalten werden könnten.

Bundesrätin Leuthard habe an dem Treffen bekräftigt, dass der Bund einen möglichst fairen Lastenausgleich anstrebe, sagte Bundi. Die genaue Verteilung des Fluglärms ist jedoch weiterhin offen, wie das Uvek nach dem Treffen in einer Mitteilung festhält.

Fahrplan für Umsetzung 

Heute finden vier von fünf Anflügen über deutsches Territorium statt. Mit dem Staatsvertrag verzichtet Deutschland auf eine Begrenzung der Flugbewegungen, lässt an Werktagen morgens eine halbe Stunde früher Nordanflüge zu, akzeptiert grundsätzlich einen gekröpften Nordanflug und ist einverstanden mit einer siebenjährigen Übergangszeit.

Die Schweiz ist im Gegenzug verpflichtet, am frühen Abend Anflüge statt von Norden her mit einem anderen Konzept landen zu lassen. Wie dieses Anflugkonzept aussieht, ist Sache der Schweiz.

Bild Fluglzeug im Landanflug knapp über einem Häuserdach.
Der Fluglärm über Schweizer Dächern wird zunehmen – wo genau, steht allerdings auch nach dem heutigen Treffe in Bern noch nicht fest. keystone

Der Bundesrat hat den Staatsvertrag vor zwei Wochen gebilligt, die deutsche Regierung stimmte vor einer Woche zu. Am nächsten Dienstag wird das Abkommen von Leuthard und ihrem deutschen Amtskollegen Peter Ramsauer in Bern unterzeichnet. Eine Botschaft an das Parlament soll bis Ende Jahr vorliegen.

Der Begleitgruppe, die sich schon während der Verhandlungen mehrfach getroffen hat, gehören Vertreter des Kantons Zürich, der Nachbarkantone sowie des Flughafens, der Fluggesellschaft Swiss, von Skyguide sowie Vertreter der Bundesverwaltung an. 

(sda/maiu;engf)