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International

Venezuela: Goldschürfer metzeln Indianerdorf nieder

Mittwoch, 29. August 2012, 23:52 Uhr

Brasilianische Goldschürfer haben nach Angaben einer Organisation zum Schutz von Ureinwohnern im Süden Venezuelas bis zu 80 Yanomami-Indianer getötet. Zuvor hatten die Goldschürfer eine Yanomami-Frau verschleppt.

Luis Ahiwei von der Horonami Organización Yanomami (HOY) sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Garimpeiros genannten Goldschürfer hätten im abgelegenen Momoi-Gebiet an der südlichen Grenze zu Brasilien die Indianer mit einem Helikopter angegriffen und ihr rundes Gemeinschaftshaus angezündet. Die Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Angriff soll sich am 5. Juli ereignet haben.

Bild Illegale Goldgräber im Urwald Venezuelas.
Das Massaker an den Ureinwohnern sollen Goldgräber begangen haben. reuters/archiv

Nur drei Indianer hätten überlebt, weil sie auf der Jagd gewesen seien. Sie hätten die Leichen gefunden und über das Massaker berichtet. Ahiwei zufolge brach der Konflikt einige Tage zuvor aus, als die Garimpeiros eine Yanomami-Frau entführten und die Ureinwohner sie befreiten.

Untersuchungskommission gefordert

HOY prangerte das Massaker bei der Staatsanwaltschaft, dem Ombudsmann und der Armee an. Die Organisation fordert die Behörden in Brasilien und Venezuela zur Bildung einer bi-nationalen Untersuchungskommission auf.

Die Organisation Survival International erklärte, die venezolanischen Behörden müssten die Täter unverzüglich vor Gericht bringen und in der Amazonas-Region ein «Zeichen dafür setzen, dass Mord an Indianern nicht länger ungestraft» bleibe.

Die Schürfarbeiten und die Abholzung müssten aufhören, denn sie führten «zwangsläufig zu Massakern an indigenen Kindern, Frauen und Männern».

(sda/buet; from)