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International

Gerüchte um Vergiftung Arafats: Frankreich leitet Mordermittlung ein

Mittwoch, 29. August 2012, 6:22 Uhr

Acht Jahre nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat die französische Justiz Ermittlungen wegen Mordverdachts eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft von Nanterre bei Paris reagierte damit auf eine Ende Juli eingereichte Anzeige von Arafats Witte Suha.

Sie vermutet, dass ihr Mann vergiftet wurde. Ein oder mehrere Untersuchungsrichter werden nun in dem Fall ermitteln. Sie sollten in Kürze ernannt werden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus informierten Kreisen.

Bild Suha Arafat (links) und ihr Mann
Suha Arafat (links) drängte die Justiz zu den Ermittlungen. keystone/archiv

Die palästinensische Autonomiebehörde begrüsste die in Frankreich eingeleiteten Ermittlungen. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas habe Frankreichs Präsidenten François Hollande darum gebeten, den Palästinensern dabei zu helfen, die Umstände von Arafats Tod aufzuklären und Ermittlungen einzuleiten, sagte Chefunterhändler Sajeb Erakat in Ramallah.

Arafat war am 11. November 2004 in einem Pariser Spital unter bis heute unklaren Umständen gestorben. Die Palästinenser verdächtigen Israel seit Jahren, Arafat ermordet zu haben.

Polonium an Kleidung

Experten des Radiophysik-Instituts am Lausanner Universitätsspital (CHUV) wollen den Leichnam des früheren Palästinenserführers nach eigenen Angaben demnächst obduzieren. Gesucht werden Anzeichen für eine mögliche Polonium-Vergiftung.

Die Radiophysik-Experten hatten im Juli Kleidungsstücke Arafats untersucht, die er vor seinem Tod getragen haben soll. Daran stellten sie erhöhte Werte von Polonium 210 fest. Auch an Arafats Zahnbürste sowie an den Haaren waren Spuren des radioaktiven Isotops gefunden worden.

Allerdings wiesen die Schweizer Wissenschaftler ausdrücklich darauf hin, dass ihre Ergebnisse keine Beweise für eine Vergiftung Arafats seien.

(sda/weis;krua)