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International

Assads pathetischer Appell ans syrische Volk

Mittwoch, 29. August 2012, 17:30 Uhr

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat seine Landsleute aufgefordert, sich aktiv am Kampf gegen die Aufständischen zu beteiligen. In einem TV-Interview sagte er: «Wer ein echter Nationalist ist, der läuft jetzt nicht weg.»

Syriens unberechenbarer Herrscher

Der Kampf gegen die «Terroristen» werde noch eine Weile andauern. «Wir kommen aber voran.» Assad, der während der Aufzeichnung scherzte und lachte, sprach von einer «Säuberung des Staates». Eine vom Westen erzwungene Schutzzone für Flüchtlinge in Syrien bezeichnete er als «unrealistisches» Wunschdenken.

Untermalt mit dramatischer Musik schwört Assad seine Landsleute auf einen langandauernden Kampf gegen die «Terroristen» ein. (Original-Ton)

 
Angesichts der syrischen Flüchtlingsströme in Nachbarländer bekräftigte die Türkei ihre Forderung, dass Flüchtlinge auf syrischem Boden versorgt werden. Einen Tag vor einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrates in New York sagte Aussenminister Ahmet Davutoglu laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu: «Wir erwarten von den Vereinten Nationen, dass sie sich mit der Frage des Schutzes von Flüchtlingen in Syrien und einer möglichen Versorgung in Lagern dort befassen.» Die Türkei hat mehrfach eine Schutzzone für Vertriebene des Bürgerkriegs in Syrien gefordert.
 
Frankreich, das in diesem Monat den Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat innehat, schraubte indessen die Erwartungen herunter. Die Einrichtung einer Pufferzone zum Schutz der Flüchtlinge in Syrien sei «sehr kompliziert», räumte Aussenminister Laurent Fabius im Radiosender France Inter ein. Dazu bedürfe es einer Flugverbotszone, was ohne den Einsatz militärischer Mittel nicht möglich sei.

«Mann von anderem Universum»
 
Frankreichs Präsident François Hollande hatte Assad Anfang der Woche vor einem Einsatz von Chemiewaffen gewarnt. Ein solcher Einsatz wäre ein «legitimer Grund» für eine Militärintervention des Auslandes. Eine ähnliche Warnung hatte zuvor schon US-Präsident Barack Obama an das Assad-Regime gerichtet.
 
Den Fernsehauftritt Assads kommentierte ein Regimegegner in der Provinz Aleppo mit den Worten: «Man hat das Gefühl, der Mann lebt in einem anderen Universum.» Syrische Oppositionelle berichteten, eine Revolutionsbrigade habe den Militärflughafen Taftanas in der Provinz Idlib angegriffen. Videos sollten zugleich belegen, dass die Rebellen an mehreren Orten des Landes schwere Waffen erbeuteten.
 
 

(dpa/blur)