Schweiz
Syrischer Oppositionsführer: Konflikt tritt in die Endphase
Der Präsident des syrischen Nationalrats (SNC) hat die Schweiz besucht. Dabei bat Abdulbaset Sieda um Hilfe für die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge. Sieda zeigte sich in der «Tagesschau» zudem überzeugt, dass der Konflikt in die Endphase tritt.
Bild
«Den genauen Tag, können wir nicht vorhersagen. Zurzeit wird das Regime ja auch noch von Russland, China und dem Iran mit Geld und Waffen unterstützt. So hat das Regime durchaus noch einen langen Atem. Wir sind aber überzeugt, dass der Konflikt in seine Endphase tritt», sagte Oppositionsführer Sieda.
Auf die Frage, ob er eine militärische Intervention durch die UNO oder die Nato in Syrien befürworte meinte Sieda: «Natürlich wollen wir das. Wir müssen ja nicht unbedingt dem Beispiel des Iraks im Jahr 2003 folgen. Was in Lybien passiert ist, das könnte man sich vorstellen. Diese Unterstützung – zum Beispiel mit einer Flugverbotszone – das wäre durchaus vorstellbar und wichtig.»
Sieda traf sich zuvor in Bern mit dem Staatssekretär des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Yves Rossier. Das EDA hatte vor zwei Tagen erklärt, Rossier werde Sieda über die «Schweizer Prioritäten im Syrien-Konflikt informieren». Dazu gehörten die humanitäre Hilfe, der Kampf gegen Straflosigkeit und die Unterstützung der Vermittlungsbemühungen des neuen Sondergesandten für Syrien, Lakhdar Brahimi.
In einem Interview appellierte Sieda an die internationale Gemeinschaft. «Wir bitten um Hilfe für die Flüchtlinge in der Türkei, in Kurdistan, in Jordanien und Libanon», sagte er.
Humanitäre Hilfe allein reiche aber nicht, um das Blutvergiessen in Syrien zu beenden. Sieda forderte ein Flugverbot über Syrien und «falls nötig» internationale Soldaten.
Gelder blockiert lassen
Je stärker die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft ausfalle, desto tiefer sei der «Preis», den das syrische Volk bezahle, sagte der Präsident der wichtigsten syrischen Oppositionsgruppe im Ausland.
Angesprochen auf die in der Schweiz blockierten Gelder des Clans des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, sagte Sieda, man habe nicht die Absicht, «sofort» eine Deblockierung der Gelder zu verlangen, die dem syrischen Volk gehörten. Die Schweiz solle die Gelder blockiert lassen, bis ein «neues, demokratisches Syrien» bestehe.
Sieda ist Kurde und studierter Philosoph. Er lebt in Schweden im Exil. Der SNC-Präsident war auf Einladung der SP Thun in die Schweiz gekommen. In Thun wollte er am Abend eine Rede über die Zukunft seines Heimatlandes halten und an einer Diskussion zum Thema teilnehmen.
(sda/muei; horm)







