Schweiz
Schweizer Richter ermittelt gegen Staatskorruption im Senegal
Der Genfer Korruptionsexperte Laurent Kasper-Ansermet leitet ab Montag eine brisante Ermittlungsmission gegen Spitzenpolitiker des Senegal. Im Auftrag der Weltbank soll er herausfinden, in welchem Umfang Staatsvermögen ausser Landes geschafft wurde.
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Auf umgerechnet eine Dreiviertelmilliarde Franken schätzen senegalesische NGOs die Gelder, die Politiker des westafrikanischen Landes unterschlagen und im Ausland angelegt haben.
Die politisch Verantwortlichen unter dem neuen, seit April amtierenden Präsidenten Macky Sall hätten die Untersuchung über die Politiker des Vorgänger-Regimes von Präsident Abdoulaye Wade veranlasst, bestätigte ein Weltbank-Vertreter einen Bericht der senegalesischen Tageszeitung «EnQuête».
Kampf gegen Korruption – es gibt viel zu tun
Die früheren Potentaten sollen umgerechnet mehrere Hundert Millionen Franken auf Banken in Frankreich, Kanada und den USA verschoben haben. Wie lange die Untersuchung unter Leitung von Kasper-Ansermet währen soll, ist noch nicht klar. Er wird mit verschiedenen senegalesischen Stellen zusammenarbeiten.
Ein Leben gegen die Finanzkorruption
Der Genfer Experte für internationale Finanzkorruption, Laurent Kasper-Ansermet, kann auf langjährige Erfahrungen als Untersuchungsrichter in Genf zurückblicken.
Er stand lange im Dienst der UNO, zuletzt in Kambodscha. Dort war er als Untersuchungsrichter des UNO-Sondertribunals gegen die Roten Khmer in Kambodscha tätig.
Im März 2012 gab er seinen Rücktritt bekannt, weil sich die UNO nicht gegen die Regierung in Phnom Penh durchsetzen konnte, was die vollumfängliche Aufklärung der Verbrechen des Roten Khmer-Regimes anbetraf.
Der neue Präsident Macky Sall, hat sich dem Kampf gegen Korruption und Geldwäscherei verschrieben. Er versucht damit eines seiner zentralen Wahlversprechen einzulösen, mit dem er mit seinem Parteienbündnis bei den Parlamentswahlen im April in einem Erdrutschsieg 119 von 150 Parlamentssitzen gewann.
(sda/falt;maiu)






