International
Syrische Opposition: Mehr als 200 Tote bei Damaskus entdeckt
In der südwestlich von Damaskus gelegenen Stadt Daraja sind nach Darstellung syrischer Oppositioneller mehr als 200 Leichen gefunden worden. Regierungstruppen hätten die Menschen regelrecht hingerichtet, berichteten Oppositionsvertreter. Allein an diesem Wochenende starben in Syrien 440 Menschen.
Die meisten Leichen seien in Häusern und Kellern gefunden worden. Am Freitag hatten Soldaten von Präsident Basachar al-Assad die Stadt von Rebellen zurückerobert.
«Assads Armee hat in Daraja ein Massaker angerichtet», sagte Aktivist Abu Kinan. Augenzeugen berichten von einem achtjährigen Mädchen, das von mehreren Scharfschützen ins Visier genommen worden sei, als ihre Familie mit dem Auto flüchten wollte. Das Mädchen sei wenig später in einem Behelfsspital verstorben.
Exekutionen aus nächster Nähe
Allein in den letzten Stunden habe man 122 Leichen meist junger Männer in der Abu Süleiman al-Darani Moschee entdeckt. Die meisten von ihnen wiesen Schusswunden in Brust und Kopf auf, die auf Hinrichtungen mit Schüssen aus kurzer Distanz schliessen lassen. Die übrigen seien von Scharfschützen erschossen worden.
Aktivisten berichten, das Wochenende sei als eines der blutigsten seit Beginn der Kämpfe anzusehen. Insgesamt seien in ganz Syrien mehr als 440 Menschen den Schergen Assads zum Opfer gefallen.
Wegen der Einschränkung der Berichterstattung ist eine unabhängige Überprüfung der Angaben nicht möglich. Daraja ist einer der grossen überwiegend von Sunniten bewohnten Slumstädte vor den Toren von Damaskus.
Der Angriff auf den Ort war Teil einer Armeeoffensive, mit der die Streitkräfte die Kontrolle über diese Hauptstadtvororte wiedererlangen wollen. Die Rebellen hatten sich dorthin zurückgezogen und Angriffe auf die Assad-Truppen ausgeführt.
(sda/weis;falt)






