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Der erste Mensch auf dem Mond: Neil Armstrong ist tot

Samstag, 25. August 2012, 21:33 Uhr, Aktualisiert 26.08.2012, 0:45 Uhr

Neil Armstrong, der erste Mensch, der auf dem Mond landete, ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren.

Der frühere Astronaut erlag nach Angaben seiner Familie in Cincinnati im US-Staat Ohio am Samstag den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Armstrong hatte sich Anfang des Monats einer Bypass-Operation unterzogen.

Neil Armstrong ist tot (Tagesschau Nacht, 25.8.2012)

«Während wir um einen sehr guten Mann trauern, feiern wir auch sein bemerkenswertes Leben und hoffen, dass es als Beispiel für jungeMenschen auf der ganzen Welt dient, hart zu arbeiten, um ihre Träume zu verwirklichen», so die Familie in Cincinatti.

Nasa-Chef Charles Bolden hat sich tief getroffen zum Tod des Astronauten Neil Armstrong geäussert. «Solange es Geschichtsbücher gibt, wird Neil Armstrong als derjenige darin zu finden sein, der den ersten kleinen Schritt eines Menschen in einer Welt fern der eigenen gemacht hat», schrieb Bolden in Washington.

Auch US-Präsident Barack Obama zeigte sich in einer Erklärung «tief betrübt» über den Tod Armstrongs. «Neil war unter den grössten amerikanischen Helden – nicht nur seiner Zeit, sondern aller Zeiten», erklärte Obama. «Als er und seine Kollegen an Bord von Apollo 11 1969 abhoben, haben sie die Hoffnungen einer ganzen Nation mit sich genommen.»

Auch der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney bekundete seine Trauer. Armstrong sei «ein wahrer Held», erklärte Romney während einer Wahlkampftour.

Die erste Mission von mehreren

Armstrong stand 1969 als erster Mensch auf der Oberfläche des Erdtrabanten. Seine Worte «Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein grosser Sprung für die Menschheit» gingen um die Welt. Er war gemeinsam mit Buzz Aldrin mit Apollo 11 zum Mond geflogen und am 21. Juli gelandet.

Gut 500 Millionen Neugierige in allen Erdteilen sassen vor ihren Fernsehapparaten und verfolgten, wie der 38 Jahre alte Weltraumpionier nahezu 400'000 Kilometer von der Erde entfernt seinen linken Fuss in die wüstenähnliche Landschaft des Mondes setzte. Weil in Westeuropa zum Zeitpunkt der Landung tiefe Nacht war, fiel an gewissen Orten der Strom aus. Die Zuschauer hatten zu viele Kaffeemaschinen ans Netz angeschlossen. Bis 1972 waren noch mehrere Apollo-Missionen zum Mond gestartet.

Armstrong und Aldrin sammelten während mehr als zwei Stunden Mondgestein, machten historische Aufnahmen und hissten die US-Flagge. Am 24. Juli 1969 kehrte die Raumkapsel zur Erde zurück. Eine Fülle von Ehrungen wartete dort auf die Mondfahrer.

Die Mondlandung der Raumkapsel «Apollo 11» galt mit 24 Milliarden Dollar als das teuerste und gleichzeitig risikoreichste Unternehmen, das ein Land in Friedenszeiten je gewagt hat.

Die USA gewannen damit den Weltall-Wettlauf gegen Moskau. Bis 1972 starteten noch mehrere Apollo-Missionen zum Mond.

Nach der Nasa Professor

Neil Alden Armstrong wurde am 5. August 1930 in Wapakoneta im US-Bundesstaat Ohio geboren. Seinen ersten Flug erlebte er im damals ungewöhnlich jungen Alter von sechs Jahren. Den Pilotenschein hatte Armstrong mit 16 Jahren eher in der Tasche als die Fahrerlaubnis.

Auch im Studium beschäftigte sich Armstrong mit der Luftfahrt. Er studierte Luftfahrttechnik an der Universität Purdue in Indiana und erhielt in dem Fach einen Master of Science von der University of Southern California.

Im Korea-Krieg flog Armstrong als Navy-Pilot 78 Einsätze. 1955 wurde er Testpilot auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in
Kalifornien, wo er rund 50 verschiedene Flugzeugtypen flog.

Erst beim dritten Anlauf wurde er im September 1962 der Öffentlichkeit als künftiger Raumfahrer der US-Weltraumbehörde Nasa vorgestellt. Seinen ersten Raumflug absolvierte Armstrong am 12. März 1966 als Kommandant der US-Raumfähre «Gemini 9».

Bild Foto des ersten Fussabdrucks von Armstrong.
Ein Fussabdruck für die Ewigkeit, und auf dem Mond ewig haltbar. reuters

Drei Jahre später ging ein Traum in Erfüllung. Er landete auf dem Mond. Gemeinsam mit Astronaut Aldrin sammelte er länger als zwei Stunden Mondgestein und machte historische Aufnahmen. Nach dem Ausscheiden aus der Nasa lehrte Armstrong von 1971 bis 1979 als Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Cincinnati (Ohio).

Ausserdem gehörte er den Vorständen mehrerer Konzerne an, darunter die Luftfahrtunternehmen Lear Jet und United Airlines sowie dem Konzern Marathon Oil.

Die 12 Astronauten auf dem Mond

In der Reihenfolge ihrer Mondlandungen:

- Neil Armstrong. Apollo 11, 1969. 1930-2012.

- Buzz Aldrin. Apollo 11, 1969. Geboren 1930.

- Charles «Pete» Conrad. Apollo 12, 1969. 1930-1999.

- Alan L. Bean. Apollo 12, 1969. Geboren 1932.

- Alan Shepard. Apollo 14, 1971. 1923-1998.

- Edgar D. Mitchell. Apollo 14, 1971. Geboren 1930.

- David Scott. Apollo 15, 1971. Geboren 1932.

- James B. Irwin. Apollo 15, 1971. 1930-1991.

- John Young. Apollo 16, 1972. Geboren 1930.

- Charles M. Duke Jr. Apollo 16, 1972. Geboren 1935.

- Eugene A. Cernan. Apollo 17, 1972. Geboren 1934.

- Harrison «Jack» Schmitt. Apollo 17, 1972. Geboren 1935.

(sf/agenturen/fasc/weis)