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International

Zwei Tote durch Schüsse vor Empire State Building

Freitag, 24. August 2012, 15:52 Uhr, Aktualisiert 25.08.2012, 6:01 Uhr

Die Schüsse fielen vor einem der beliebtesten Touristenziele der Welt. Nach ersten Berichten sind vor dem Empire State Building zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden.

Bild Polizeiautos am Tatort.
Die Polizei war schnell vor Ort. sf

Ein Streit mit einem Ex-Kollegen führt mitten in New York zum tödlichen Drama: Ein ehemaliger Angestellter schoss am Freitagmorgen (Ortszeit) beim Empire State Building in New York mehrfach auf einen früheren Kollegen und wurde anschliessend von der Polizei getötet. «Ohne etwas zu sagen schoss er ihm ein Mal in den Kopf und dann in den Körper», erklärte New Yorks Polizeichef Raymond Kelly in einer Mitteilung.

Nach Angaben von US-Medien sollen der Täter und sein 41 Jahre alter Ex-Kollege bereits seit längerem in einen Streit über Belästigung am Arbeitsplatz verwickelt gewesen sein. «Ich werde dich umbringen», soll der 58Jährige nach Angaben des Senders NBC unter Berufung auf Gerichtsunterlagen vom April 2011 gedroht haben. Die Männer hätten im Vorfeld der Schiesserei Klage gegeneinander eingereicht, bestätigte Kelly.

Bei der Schiesserei im Herzen der Stadt wurden zudem neun Menschen verletzt, sechs von ihnen seien am Nachmittag wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, so der Polizeichef. Laut Kelly seien Passanten nicht von der Polizei angeschossen worden, wie Bürgermeister Michael Bloomberg zuvor nicht ausgeschlossen hatte. Vielmehr hätten die Kugeln der Beamten «Blumentöpfe und andere Gegenstände getroffen, die die Kugeln zersplittern liessen», sagte Kelly. Das hätte nach seinen Angaben zu den Verletzungen geführt.

Nicht durch Straftaten in Erscheinung getreten

Laut Bloomberg heisst der Täter Jeffrey Johnson. Sein Alter hatte die Polizei zunächst mit 53 Jahren angegeben, sie korrigierte es jedoch später auf 58 Jahre. Der Polizei zufolge war der Mann vor einem Jahr nach einem Disput aus der Importfirma entlassen worden. Wie CNN berichtete, soll er in einen grauen Anzug gekleidet und mit einer Aktenmappe unter dem Arm am Freitagmorgen gegen 9 Uhr (Ortszeit) zu seinem alten Arbeitsplatz unweit des Empire State Buildings gegangen sein. In der Tasche habe sich weitere Munition für die Waffe befunden.

Der Bürgermeister lobte das Verhalten eines Bauarbeiters und mehrerer Polizisten als «Heldenakt». Ihr mutiges Vorgehen habe möglicherweise weiteres Blutvergiessen verhindert. Laut Kelly war ein Bauarbeiter dem Schützen gefolgt und verständigte Polizisten vor dem Empire State Building, die den Schützen aufzuhalten versuchten.

Der Schütze war nach ersten Ermittlungen der Polizei bisher nicht durch Straftaten in Erscheinung getreten. Er habe im Zuge eines Personalabbaus seinen Job bei der Importfirma Hazan Imports verloren. Nach Angaben der New Yorker Polizei handelt die Firma mit Damenunterwäsche.

Situation «wie im Wilden Westen»

Touristen, die sich an dem sonnigen Freitagmorgen für die Turmbesteigung vor dem Empire State Building angestellt hatten, stoben schutzsuchend auseinander. Augenzeugen schilderten eine Situation «wie im Wilden Westen». Laut CBS wurden einige Verletzte in der Lobby des Wolkenkratzers gefunden, andere auf der Strasse.

Ein New Yorker, der in der Nähe des Empire State Buildings arbeitet, erzählte einem CNN-Reporter, dass er mindestens neun  Schüsse gehört habe. «Wir sind im Büro alle aufgeschreckt», so der Mann. Mehrere Strassen um das Gebäude, das sich an der 5th Avenue und der 34th Street befindet, wurden von der Polizei weiträumig abgeriegelt.

Auch andere Zeugen beschrieben chaotische Szenen: «Ich sass draussen und hörte drei Schüsse, und sah, wie Menschen vom Empire State Building weg die Park Avenue hoch rannten», sagte eine Frau dem Sender CBS. Es seien 10 bis 15 Schüsse gefallen, meinte sie.

(sda/koua; weis)