International
Neue Atomgespräche: Kein Fortschritt
Gespräche zwischen dem Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA über das umstrittene Atomprogramm des Landes haben keine Annäherung gebracht. Eine weitere Gesprächsrunde ist nicht geplant.
Der Chef der iranischen Delegation, IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanieh, verwies bei allen fortbestehenden Problemen auch auf Fortschritte. «Es gibt aber weiter einige Meinungsverschiedenheiten, weil es ein sehr kompliziertes Thema ist», sagte er nach den Gesprächen. Ein neues Treffen ist derzeit nicht geplant.
Die Fronten im Atomstreit sind seit Jahren verhärtet: Viele Länder verdächtigen den Iran, im Geheimen an Nuklearwaffen zu arbeiten. Auch die IAEA kann dies aufgrund von Hinweisen und wegen fehlender Zusammenarbeit des Landes nicht mehr ausschliessen.
Teheran bestreitet das und beruft sich auf sein Recht, Atomenergie friedlich zu nutzen. Der Vater des zivilen iranischen Atomprogramms Akbar Etemad bestätigt in einem Interview mit der «Rundschau» zwar, dass der Iran heute «an der Schwelle» dazu sei, alle «nötigen Technologien beieinander zu haben» für den Bau einer Bombe.
Doch bis heute, so Etemad, gebe es «keinen Plan, eine Bombe zu bauen». Das könnte sich aber ändern. «Wenn der Druck von den westlichen Ländern weiter anhält, dann drängen sie den Iran regelrecht dazu, Nuklearwaffen zu bauen.»
IAEA will Zugang zu den Anlagen
Experten befürchten, dass ein Angriff Israels auf die iranischen Atomanlagen mit dem Scheitern der diplomatischen Verhandlungen immer wahrscheinlicher wird.
Aktuell fordert die IAEA neben der Klärung anderer offener Fragen vor allem Zugang zu der verdächtigen Militäranlage Parchin, in der sie Tests mit nuklearem Material vermutet. Neuen Verdacht erregten vor allem Satellitenaufnahmen von Parchin. Diese zeigen, dass Materialien abtransportiert, Gebäude abgerissen und Flächen gesäubert wurden, hiess es von Diplomaten.
In der kommenden Woche wird der neue Iran-Bericht der IAEA erwartet, der weitere Vorwürfe gegen das Land enthalten könnte.
Zeichen deuten auf Krieg
Der Nahost-Experte Michael Lüders ist der Ansicht, dass ein Militärschlag Israels gegen den Iran nur eine der Frage der Zeit ist. Die Folgen nicht nur für die gesamte Region wären verheerend. Lesen Sie das ganze Interview hier.
(sda/dpa/blur;koua)



