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Nach Breivik-Urteil kann «das Leben endlich beginnen»

Freitag, 24. August 2012, 16:33 Uhr

«Erleichtert», «zufrieden» oder einfach «fertig» – das sind die ersten Reaktionen von Angehörigen der Breivik-Opfer und Überlebenden auf das Urteil. Opfer-Anwälte sind überzeugt: Nun können die Angehörigen mit dem Geschehenen abschliessen.

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Im Osloer Gerichtssaal ist es sehr still. Die Angehörigen der Opfer von Massenmörder Anders Behring Breivik sitzen gespannt auf den Bänken. Als der Richterspruch endlich fällt, reagieren sie gefasst. Zwar wirken sie mitgenommen, aber die Zufriedenheit überwiegt.

72 % sagen Breivik ist zurechnungsfähig

Das Gericht hat Breivik in seinem Urteil für zurechnungsfähig erklärt und gegen ihn die Höchststrafe verhängt: 21 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung (mehr zum Prozess). Die Mehrheit der Familien der Opfer sowie die Mehrheit der norwegischen Bevölkerung hatte eine Verurteilung befürwortet. Eine in der Zeitung «Verdens Gang» veröffentlichte Umfrage ergab, dass 72 Prozent der Norweger Breivik für ausreichend zurechnungsfähig halten, um zu einer Haftstrafe verurteilt zu werden.

Als Richter Arne Lyng eine Passage verliest, in der die Schicksale von Breiviks Opfern im Osloer Regierungsviertel geschildert werden, stützen sich die Angehörigen gegenseitig. Einige weinen.

«Vorbei. Punkt»

Überlebende des Massakers auf Utøya melden sich umgehend nach dem Urteilsspruch im Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort. «Jaaaaaaaa!!!», twittert Emma Martinovic. «Vorbei. Punkt», schreibt Viljar Hanssen, dem Breivik auf Utöya eine Kugel in den Kopf schoss.

«Dieser Mist ist endlich vorbei, jetzt kann das Leben beginnen», schreibt Ingrid Nymön über den Kurznachrichtendienst. Auch Knut Storberget, der zum Zeitpunkt der Anschläge Justizminister war, begrüsst das Urteil: «Es ist die schwerste Strafe, die er bekommen konnte», sagt er dem Sender TV2.

«Mutige und unabhängige Entscheidung»

Anwälte von Opfern des norwegischen Massenmörders Anders Behring Breivik zeigen sich zufrieden mit dem Urteil. «Dass Breivik für zurechnungsfähig erklärt wurde, ermöglicht den Familien, mit dem Geschehenen abzuschliessen», sagt der Anwalt Frode Elgesem im norwegischen Fernsehen.

«Es wird sicher verschiedene Meinungen geben, aber wir haben hier höchstwahrscheinlich ein Urteil, mit dem viele Trauernde und Überlebende leben können.» Laut einer weiteren Opfer-Anwältin Mette Yvonne Larsen hat das Osloer Amtsgericht eine «mutige und unabhängige Entscheidung getroffen.»

(agenturen/hues;fasc)