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International

Hunderttausende haben Syrien verlassen

Freitag, 24. August 2012, 13:55 Uhr

Die andauernden Kämpfe in Syrien halten den Flüchtlingsstrom in die Nachbarländer am Leben: Die Zahl der Flüchtlinge ist bereits auf über 200'000 angestiegen. Das Regime zeigt sich davon unbeeindruckt und rekrutiert nun sogar Zivilisten für seine Kämpfe.

Bild Flüchtlinge in Jordanien stehen hinter einer Plane mit dem Logo des Flüchtlingshilfswerks der UNO UNHCR. (reuters)
In Jordanien, an der Grenze zu Syrien, hoffen die Flüchtlinge auf ein Ende der Gewalt in ihrer Heimat. reuters

Insgesamt hat das UNO-Hochkommissariat bislang 202'512 Flüchtlinge aus Syrien in den Nachbarländern registriert, 150'000 sollen es in Jordanien sein. Alleine in dieser Woche zählte das UNHCR 30'000 Neuankömmlinge in den Nachbarstaaten. Das Hilfswerk geht davon aus, dass die tatsächlichen Flüchtlingszahlen noch viel höher liegen dürften.

Zivilisten rekrutiert

In Syrien selbst gehen EU und die Vereinten Nationen von mindestens 1,2 Millionen Vertriebenen im eigenen Land aus. 2,5 Millionen benötigen dringend Hilfe.

Bild Drei Kinder in einem Flüchlingscamp im Irak.
In diesem Flüchtlingscamp in Irak finden 5000 Menschen Platz. reuters

Wer in Syrien bleibt, muss damit rechnen, dass ihn die Regierungsarmee versucht zu verpflichten. Die staatliche Nachrichtenagentur sprach von Gefechten in der Stadt Aleppo, bei denen die Bewohner der jeweiligen Viertel mit den regulären Truppen «kooperiert» hätten.

In den vergangenen Wochen zirkulierten in Aleppo und Damaskus Berichte, wonach die politische Führung Angehörigen von Minderheiten wie Christen und Drusen Waffen angeboten haben soll. In etlichen Fällen habe sie eine Absage erhalten.

Kämpfe in Damaskus und Aleppo

Heftige Kämpfe wurden unter anderem aus der Stadt Homs gemeldet, die von den Regimetruppen mit Mörsergranaten beschossen worden sein soll. Am Donnerstag waren nach Aussage von Aktivisten rund 220 Menschen ums Leben gekommen. 140 von ihnen seien Zivilisten, hiess es.

Zudem soll die syrische Luftwaffe erneut mehrere Stadtteile der Wirtschaftsmetropole Aleppo bombardiert haben. Das teilte die in London ansässige oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. In der gleichnamigen Provinz Aleppo sei die Stadt Asas attackiert worden.

Libanon: Sunniten vs. Alawiten

In direkten Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien stehen auch die neuesten Gefechte im Libanon zwischen Sunniten und Alawiten – trotz vereinbartem Waffenstillstand. Auch in Syrien kämpfen Sunniten (Oppositionelle) gegen Alawiten (Baschar al-Assad).

Kämpfe auch im Libanon. (Tagesschau am Mittag, 24.8.2012)

Ausgelöst wurden die Kämpfe im Norden Libanons, in Tripoli, nachdem ein Sunnit erschossen worden war.

(sda/dpa/mery;hueb)