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Schweiz

Schweizer Experten dürfen in russische Uran-Anlage

Donnerstag, 23. August 2012, 12:26 Uhr, Aktualisiert 17:10 Uhr

Nachdem der Stromkonzern Axpo seine Uran-Bezüge geändert hat, lenkt die russische Atomenergiebehörde Rosatom ein: Schweizer Experten bekommen nun die Erlaubnis, doch die umstrittene Uran-Wiederaufbereitungsanlage Majak zu inspizieren.

Bild Ein Schild weist auf die nahelegene Uran-Wiederaufbereitungsanlage von Majak hin. (keystone)
Durch mehrere Unfälle in der Vergangenheit gelangten Unmengen an radioaktiven Substanzen in die Umwelt. keystone

Der Besuch soll in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres stattfinden. Ein genauer Termin aber steht noch nicht fest, wie der Zürcher Regierungsrat in einem Beschluss schreibt.

Die Expertengruppe wird aus Vertretern des Bundesamtes für Energie, der AKW-Betreiber und der eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats Ensi zusammengesetzt sein.

Greenpeace fordert allerdings, dass auch eine atomkritische Organisation beim Besuch dabei sein muss, wie Florian Kasser von Greenpeace sagte. Sonst verkomme das Ganze zur Alibiübung. So soll sichergestellt werden, dass auch die kritischen Orte – und nicht nur die schönsten Ecken – begutachtet werden können. Die Anlage sei nämlich so gross wie der halbe Kanton Zürich.

Majak

Die Uran-Wiederaufbereitungsanlage Majak liegt etwa 1500 Kilometer von Moskau entfernt. In ihrer Umgebung werden häufig erhöhte radioaktive Werte gemessen. Unklar ist, ob diese von der gegenwärtigen Uran-Wiederaufbereitung herrühren oder auf schwere Atom-Unfälle in der Vergangenheit zurückzuführen sind.

Für mehr Transparenz soll ab Herbst ein Messprogramm sorgen, mit dem eine «unabhängige Abschätzung einer möglichen Umweltverschmutzung» durchgeführt werden kann, so der Zürcher Regierungsrat. Das Programm dauert ein Jahr.

Ein brisantes Dokument aus Russland wies auf Mängel in Majak hin. («Rundschau», 8.2.2012)

Bereits im Juni 2011 wollte eine Delegation aus Axpo-Vertretern – darunter der Zürcher Regierungsrat und Axpo-Verwaltungsrat Markus Kägi (SVP) – die Anlage besichtigen, erhielt aber keinen Zugang. Sehr kurzfristig wurde der Besuch von russischer Seite gestrichen, angeblich weil die Anlage in militärischem Sperrgebiet liegt. Die Axpo war laut Mitteilung «sehr verärgert» und zog die Konsequenzen.

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Im November gab sie eine Vertragsänderung mit ihrem Hauptvertragspartner, dem französischen Areva-Konzern, bekannt: Areva durfte keine Brennstäbe mehr liefern, die Material aus Majak enthielten. Areva kauft das Uran nicht direkt, sondern von einer Anreicherungsanlage in Elektrostal, einem Vorort von Moskau. Diese Anlage wiederum bezieht es von Anlagen in ganz Russland. Die Axpo verwendet die Stäbe für das AKW Beznau.

(sda/mery;krua)