Schweiz
CD-Streit: UBS-Spur führt offenbar in die Karibik
Deutsche Steuerfahnder haben eine Tochtergesellschaft der UBS im Visier. Diese bietet Treuhänderdienste über ihre Vermögensverwaltungseinheiten via Singapur und Hong Kong in die Karibik an, wie «Bilanz» berichtet. Die UBS weist die Vorwürfe zurück.
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Demnach haben Steuerfahnder in Nordrhein-Westfalen Dokumente über rund 1000 UBS-Kundendossiers in der Hand. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» unter Berufung auf deutsche Justizkreise. Die Ermittler untersuchen unter anderem die Geschäfte der Firma Corpboard Ltd. Sie ist eine 100 prozentige UBS-Tochter, mit Sitz auf den britischen Jungferninseln in der Karibik.
Corpboard Ltd. bietet zusammen mit Liechtensteiner Treuhändern ihre Dienste in Singapur und Hong Kong bei der Einrichtung von Trusts und Stiftungen an.
UBS wies Vorwürfe zurück
Anfang August hatte die «Financial Times Deutschland» mit einem Bericht für Aufsehen gesorgt, wonach Schweizer Banken für deutsche Kunden Vermögen nach Fernost transferiert haben. Das Blatt erwähnte namentlich die Grossbank UBS.
Die Grossbank wies die Vorwürfe umgehend zurück. «Die UBS bietet keine Hand zur Steuerhinterziehung», sagte ein UBS-Sprecher. Zudem habe man auch keine erhöhten Mittelflüsse aus der Schweiz nach Singapur festgestellt.
Auch eine Zunahme von Anfragen nach Vermögenstransfers in andere Regionen seien seit der Ankündigung des Steuerabkommens mit Deutschland keine verzeichnet worden, hielt die UBS in einer Stellungnahme weiter fest.
Der Trick mit den «Zebra-Konten»
Gemäss dem «Bilanz» wurden weitere 1000 Datensätze von einem Informanten aus der Coutts-Bank erworben. Die Tochterfirma der Royal Bank of Scotland soll dabei im Verdacht stehen, den Kunden so genannte «Zebra-Konten» eigerichtet zu haben. Mit diesem Trick wird ein «weisses» Konto korrekt in der Steuererklärung angegeben, während ein zweites «schwarzes» Depot mit dem Löwenanteil der Vermögen vor dem Fiskus versteckt wird.
Von den CD-Käufen ist auch die Schweizer Tochter der amerikanischen Merrill Lynch betroffen, die von der Bank Julius Bär übernommen werden soll. Diese Datensammlung soll wesentlich kleiner sein.
«Nur für ausgewählte Märkte»
Die Grossbank UBS reagiert auf die von der «Bilanz» erhobenen Vorwürfe und schreibt in einer Stellungahme: «Die UBS hat das Stiftungsgeschäft ab Sommer 2009 restrukturiert und bietet für Kunden aus Deutschland keine neuen Stiftungen mehr an. Die UBS ist grundsätzlich aus der Verwaltung von Stiftungen ausgestiegen und konzentriert sich auf das Kerngeschäft, das Wealth Management.»
Stiftungen und Trusts seien demnach nur für «ausgewählte Märkte» unter striktesten Geldwäscherei- und steuerlichen Compliance-Vorschriften erlaubt, schreibt die Grossbank weiter. Die UBS habe zudem verschiedene Massnahmen getroffen, welche der Umgehung der bevorstehenden Abgeltungssteuer in Europa vorbeugen.
(sf/bilanz/muei)






