Inhalt

Schweiz

BKW untersucht Druckbehälter in Mühleberg

Donnerstag, 23. August 2012, 8:40 Uhr, Aktualisiert 12:17 Uhr

Berichte über mögliche Herstellungsfehler am Druckbehälter eines belgischen AKW stiessen kürzlich in der Schweiz auf offene Ohren. Derselbe Hersteller nämlich fertigte auch den Druckbehälter des AKW Mühleberg. Er wird nun überprüft – auch wenn die BKW selbst keine Mängel erwartet.

Bild Blick auf das AKW Mühleberg
Blick auf das AKW Mühleberg: Der genaue Ablauf der Untersuchungen am Druckbehälter wird vom Ensi bestimmt. keystone

Der Energiekonzern BKW kündigte an, «eine repräsentative Fläche» des Druckbehälters in Mühleberg werde in den kommenden Tagen mit Ultraschall untersucht. Hintergrund sind Berichte aus Belgien, wo Mitte August am Druckbehälter des Reaktors 3 des Kernkraftwerkes Doel mögliche Fertigungsfehler im Grundmaterial festgestellt worden waren. Der Druckbehälter von Mühleberg ist in derselben Schmiede hergestellt worden.

Stichwort: Druckbehälter

Der Druckbehälter enthält den Reaktorkern, der seinerseits in einer Hülle steckt, dem Kernmantel. Im Druckbehälter wird der Dampf erzeugt, der die Turbinen des Mühleberger Kraftwerks antreibt. Die Betriebstemperatur im Behälter liegt bei 288 Grad Celsius. Der Behälter ist 19 Meter hoch und vier Meter breit. Seine Wände sind zwischen zehn und zwölf Zentimeter dick.

«Wichtige Unterschiede»

Die BKW betont jedoch, es gebe wichtige Unterschiede – insbesondere beim Zulieferer des Grundmaterials, der Wandstärke und dem Zeitpunkt der Fertigung. Nach heutigem Kenntnisstand seien Herstellungsfehler wie in Belgien in Mühleberg nicht zu erwarten. 

Bild Karte Kanton Bern mit AKW Mühleberg
Das AKW Mühleberg liegt rund 14 Kilometer westlich der Stadt Bern. sf

Nach Angaben der BKW wird die Prüfung «einige wenige Tage» dauern. Die geplante Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks verzögere sich deshalb leicht. Derzeit finden in Mühleberg die üblichen jährlichen Revisionsarbeiten statt, das AKW ist deshalb abgeschaltet. 

Der genaue Ablauf der Druckbehälter-Prüfung wird von der Atomaufsicht Ensi festgelegt. Diese begrüsste die Untersuchungen der BKW. Man werde dem Wiederanfahren des Kraftwerks erst zustimmen, wenn nachgewiesen sei, dass der Reaktordruckbehälter «die Qualitätsanforderung gemäss den aktuellen Normen erfüllt», heisst es in einer Mitteilung.

(sda/krua;hesa;mery)