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Kultur

Mehr Platz für das «Gedächtnis von Einsiedeln»

Donnerstag, 23. August 2012, 16:05 Uhr

Im Kloster Einsiedeln war es im Laufe der Zeit eng geworden, vor allem für das wichtige Klosterarchiv und die Musikbibliothek gab es kaum noch Platz. Ein siebenjähriger Umbau hat diese Probleme nun gelöst.

Die beiden bedeutenden Sammlungen sind nun in der ehemaligen Schreinerei im Statthaltereihof des Klosters und in einem neuen, unterirdischen Magazin untergebracht.

Das neue Magazin ist als ein 450 Quadratmeter grosser Raum mit Reserven für künftiges Archivgut konzipiert. Akten, Urkunden, Pläne und Fotos sowie die Archivalien der Musikbibliothek finden in Rollregalanlagen auf 4,8 Kilometern Regallänge Platz. Die Kosten für den Umbau lagen nach Angaben des Klosters bei zwölf Millionen Franken.

Die neuen Räume können am kommenden Wochenende erstmals offiziell begutachtet werden. Am Tag der offenen Tür finden am Samstag diverse Führungen statt.

Die Schätze von Einsiedeln kommen in ein moderneres Archiv und werden sortiert. (Tagesschau 23.8.2012, 19:30 Uhr)

Jahrelanger Umbau

Die Klostergemeinschaft hatte 2004 beschlossen, das Klosterarchiv aufzuarbeiten, neu zu organisieren und in anderen Gebäudeteilen unterzubringen. Hinzu kamen im Laufe der Jahre auch die Reorganisation der Musikbibliothek, die Buchbinderei und die Werkstatt für Buchrestaurationen.

Das Klosterarchiv sei das «Gedächtnis des Klosters», wird Abt Martin Werlen zitiert: «Wie wichtig das Gedächtnis ist, erfahren Menschen, wenn sie plötzlich das Gedächtnis verlieren, wenn die Dinge nicht mehr geordnet und abrufbar sind.»

Aus eigener Erfahrung könne er bezeugen, dass eine solche Erfahrung fast zum Verzweifeln sei, erklärte Werlen. Der Abt hatte im Januar nach einem Sportunfall eine Hirnblutung erlitten. Es dauerte fast zwei Monate bis er nach Spital- und Kuraufenthalten wieder ins Kloster zurückkehren konnte.

(sda/krua; muei)