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International

Griechenland-Krise: Berlin und Paris bleiben hart

Donnerstag, 23. August 2012, 20:15 Uhr, Aktualisiert 24.08.2012, 3:19 Uhr

Vor ihren Treffen mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras haben die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande das krisengeplagte Land aufgefordert, an seinem Sparkurs festzuhalten. Das Ziel sei weiterhin der Verbleib des pleitebedrohten Landes in der Euro-Zone.

«Ich werde Griechenland ermutigen, auf dem Reformweg, der ja auch den Menschen in Griechenland sehr viel abverlangt, voranzugehen», sagte Merkel in Berlin, kurz nachdem sie Hollande empfangen hatte.
 
Merkel mahnte an, dass in der Euro-Zone alle Seiten ihre Verpflichtungen einhalten. Inmitten der Diskussion um einen möglichen zeitlichen Aufschub für die Umsetzung des griechischen Reformprogramms rief sie auf, den Troika-Bericht abzuwarten.

Griechenland soll im Euro bleiben (10vor10 23.08.2012)

 
Hollande bekräftigte: «Ich will, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt.» Es sei aber die Aufgabe Athens, «die unabdingbaren Anstrengungen zu erfüllen, damit wir dieses Ziel erreichen», ergänzte er.

Syrien-Konflikt

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande wollen den UNO-Sicherheitsrat zu einem Beschluss zu Syrien drängen. Es gehe dabei vor allem auch um humanitäre Belange.

Hollande forderte den Rücktritt von Syriens Staatschef Baschar al-Assad. Auf Initiative Frankreichs werde Ende August der UNO-Sicherheitsrat einberufen.

Athen will mehr Zeit

Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras hatte im Vorfeld des Treffen um mehr Zeit für das Sparprogramm gefordert. Der konservative Regierungschef warb in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» eindringlich um Verständnis und kündigte neue Reformen an.

Zugleich versprach er den Deutschen, sein Land werde die Notkredite von mehr als 100 Milliarden Euro zurückzahlen: «Das garantiere ich persönlich.»

Angesichts der tiefen Rezession in seinem Land sei nicht mehr Geld, sondern mehr Zeit nötig, sagte Samaras. Er hofft, dass Athen das EU-Defizitziel von drei Prozent erst 2016 erfüllen muss – und damit zwei Jahre später als von der «Troika» vorgegeben.

In der französischen Zeitung «Le Monde» warnte er vor einem Domino-Effekt bei einem Ausscheiden seines Landes aus der Euro-Zone. Bei einem Austritt könnten die dann folgenden sozialen Verwerfungen in Griechenland «sehr ansteckend» auch für andere europäische Länder werden.

Samaras reist am Donnerstag zu Gesprächen nach Berlin, am Samstag steht ein Treffen mit Frankreich Präsident François Hollande auf dem Programm.

(dpa/sda/blur/weis)