Schweiz
Schneider-Ammann kommt Bauern entgegen
Mit seinem ursprünglichen Vorhaben stiess Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann auf Widerstand. Nun zeigt er sich kompromissbereit: Nicht um jeden Preis will er daran festhalten, dass nur noch Bauern mit einer bestimmten Ausbildung Direktzahlungen vom Bund erhalten sollen.
Er wolle zwar bei der Beratung im Nationalrat noch einmal den Vorschlag des Bundesrats beliebt machen – «aber es braucht sicher nicht für alle landwirtschaftlichen Tätigkeiten die gleiche Ausbildung». Dies sagte er in einem Interview mit der «Berner Zeitung».
Man könne die Ausbildung auch in einer gewerblichen Erstausbildung holen und anschliessend eine landwirtschaftliche Zusatzausbildung machen. Damit habe man ebenfalls gute Voraussetzungen für den Beruf.
Vielfalt der Betriebe bedroht
Ursprünglicher Plan gemäss Agrarpolitik 2014-2017 war: Direktzahlen für Landwirte müssen stärker an bestimmte Leistungen gekoppelt werden. Unter anderem schlug der Bundesrat vor, lass Landwirte für Direktzahlungen künftig über eine Mindestausbildung verfügen müssen – etwa ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder ein Berufsattest.
Doch dieser Vorschlag stiess unter anderem den Kleinbauern sauer auf. Sie befürchteten, diese Vorschrift könnte zahlreiche Kleinbetriebe in ihrer Existenz bedrohen. Auch die Vielfalt der Bauernbetriebe sei damit gefährdet.
EU-Agrarverhandlungen
Schneider-Ammann nahm zudem Stellung zum Stopp der Agrarverhandlungen mit der EU, welchen das Parlament im Frühjahr beschlossen hatte. «Einen vollständigen Stopp der Verhandlungen können wir uns nicht leisten», sagte er. «Es könnte auf ein segmentweises und zeitlich gestaffeltes Vorgehen und Übergangshilfen hinauslaufen.»
Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK) schloss sich der Sichtweise der Kleinbauern an und lehnte den Vorschlag des Bundesrats deutlich ab. Wer im Nebenerwerb arbeite, müsse nicht alle Voraussetzungen an eine landwirtschaftliche Grundbildung erfülle, argumentierte die WAK Mitte August.
(sda/mery;godc)







