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Schweiz

SBB erhöht Preise und baut Komfort ab

Mittwoch, 22. August 2012, 5:37 Uhr

Das Bahnfahren wird auf den Fahrplanwechsel im Dezember noch einmal teurer. Um durchschnittlich gut 5 Prozent steigen die Tarife. Nur: wer für mehr Geld auch mehr Komfort in den Zügen erwartet, dürfte enttäuscht werden.

Denn die SBB setzt seit diesem Sommer auch auf längeren Distanzen, im überregionalen Verkehr S-Bahn-Züge ein. Engere Sitze, weniger WCs und bescheidenere Erste-Klasse-Abteile trotz steigender Preise sorgen für Ärger in den betroffenen Regionen, wie ein Bericht von «10vor10» zeigt.

Komfortabbau bei der SBB (10vor10, 21.08.2012)

SBB-Chef Andreas Meyer, für einmal in Velomontur, zeigt am Dienstag in Zürich, dass die neuen Züge freizeittauglich sind. Bei der gemeinsamen Fahrt mit dem Erbauer des Zuges, Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler und dem Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker zeigt sich dann: die Beinfreiheit ist auch in der zweiten Klasse kleiner als in den bisherigen überregionalen Zügen.

Die SBB reagiere mit der Erhöhung der Anzahl Sitzplätze auf immer höhere Passagierzahlen, so Meyer. Es gelte die beiden Bedürfnisse "Sitzkomfort" und "genügend Sitzplätze" gegeneinander abzuwägen.

Die neuen Doppelstockzüge hat die SBB für die Zürcher S-Bahn beschafft. Doch jetzt kommen sie zunehmend auch auf längeren Strecken zum Einsatz.

«Sparmassnahme der SBB»

Der Sankt Galler TCS-Präsident Luigi Rossi spricht von einem unhaltbaren Komfortabbau. Die alten Züge im Interregio-und Regionalexpress-Verkehr seien viel bequemer. Der Billett-Preis in den neuen Zügen besonders für die erste Klasse zu hoch. 

Für Bahnexperte Walter von Andrian sind die S-Bahnzüge auf längeren Strecken eine reine Sparmassnahme der SBB. Die SBB entgegnet, es handle sich nicht um eine Sparmassnahme. So komfortable Wagen wie die alten seien auf über-regionalen Strecken aus Kapazitätsgründen nicht mehr möglich. 

(sf/koua)