US-Wahlkampf 2012
US-Republikaner wollen striktes Abtreibungsverbot
Die US-Republikaner wollen ein vollständiges Abtreibungsverbot. Dies soll nun in ihren politischen Leitlinien für die kommenden vier Jahre festgeschrieben werden. Demnach sollen auch Abtreibungen in Vergewaltigungs- oder Inzestfällen verboten werden.
Den Beschluss fasste eine Kommission aus 110 Mitgliedern, wie die Partei mitteilte. Das Verbot soll in der kommenden Woche vom Wahlparteitag für Präsidentschaftskandidat Mitt Romney verabschiedet werden.
Die Republikaner befinden sich elf Wochen vor der Präsidentschaftswahl am 6. November inmitten einer Affäre um bizarre Äusserungen eines Senatskandidaten zu Schwangerschaften als Folge von Vergewaltigungen.
«Keine Schwangerschaften nach Vergewaltigungen»
Todd Akin hatte in einem Interview gesagt, dass Schwangerschaften nach Vergewaltigungen «eher selten» seien, weil sich der Körper einer Frau nach einer «wirklichen Vergewaltigung» gegen eine Schwangerschaft wehre.
Romney forderte ihn daraufhin auf, seine Kandidatur für einen Senatssitz im Bundesstaat Missouri zurückzuziehen. Der Parteichef der Republikaner, Reince Priebus, verlangte zudem, dass Akin nicht zum Parteitag der Republikaner in der kommenden Woche in Tampa in Florida kommen solle. Akin liess die Kritik jedoch an sich abperlen.
Sturm der Entrüstung
Seine Äusserungen sorgten für einen Sturm der Entrüstung bei den Demokraten von Präsident Barack Obama. Zu der neuen Entscheidung für die politischen Leitlinien teilte Obamas Lager mit, die Republikaner nähmen damit «den Akin-Zusatz» in ihr Parteiprogramm auf. Die politischen Leitlinien haben keinen verbindlichen Charakter.
(sda/koua; muei)






